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Abnehmspritzen und Krankenkassen: Was zahlt die Versicherung bei Mounjaro, Wegovy und Ozempic?
Abnehmspritzen und Krankenkassen: Was zahlt die Versicherung bei Mounjaro, Wegovy und Ozempic?
Evelyn Barrett
Dr. Kareem Mahmoud
12 Dezember 2025


Abnehmspritzen und Krankenkassen: Was zahlt die Versicherung bei Mounjaro, Wegovy und Ozempic?
Bestimmte verschreibungspflichtige Arzneimittel können bei der Gewichtsreduktion unterstützen und eine sinnvolle Ergänzung zu Lebensstilveränderungen darstellen. Manche GLP-1-Rezeptoragonisten werden in Deutschland zur Behandlung von Adipositas eingesetzt und sind derzeit Gegenstand intensiver Diskussionen. Doch unter welchen Voraussetzungen beteiligen sich Krankenkassen an den Behandlungskosten?
Was sind Ozempic, Wegovy und Mounjaro?
Ozempic, Wegovy und Mounjaro sind verschreibungspflichtige Medikamente, die oft als Abnehmspritzen bezeichnet werden. Ozempic und Wegovy enthalten den Wirkstoff Semaglutid, Mounjaro den Wirkstoff Tirzepatid. In Deutschland sind Wegovy und Mounjaro offiziell zur Behandlung von starkem Übergewicht zugelassen.
Diese Medikamente gehören zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten und wirken auf natürliche Weise im Körper. Sie verstärken das Sättigungsgefühl und sorgen dafür, dass der Magen sich langsamer entleert. Dadurch essen Betroffene automatisch weniger.[1][2][3] Die Anwendung erfolgt durch eine Spritze unter die Haut (subkutane Injektion), die Sie selbst setzen können.
Hinweis: Bei Mounjaro handelt es sich um einen dualen Wirkansatz. Der enthaltene Wirkstoff Tirzepatid ist nicht nur ein GLP-1-Rezeptoragonist, sondern wirkt zusätzlich auch als GIP-Rezeptoragonist.
Wer bekommt Abnehmspritzen von der Krankenkasse bezahlt?
In den meisten Fällen müssen Sie die Kosten für Abnehmmedikamente selbst tragen. Der Grund liegt in der gesetzlichen Regelung des § 34 SGB V, der die Erstattung von sogenannten Lifestyle-Medikamenten durch die gesetzliche Krankenversicherung ausschließt.[4] Diese Regelung betrifft alle Arzneimittel, die zur Gewichtsreduktion eingesetzt werden.
Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen Abnehmspritzen grundsätzlich nicht erstatten, auch wenn Sie übergewichtig sind. Das gilt selbst dann, wenn Ihr Arzt das Medikament für medizinisch sinnvoll hält und wenn nachweislich gesundheitliche Risiken durch Ihr Gewicht bestehen. Nur wenn die Wirkstoffe in den Abnehmspritzen (Tirzepatid oder Semaglutid) zur Behandlung von Diabetes Typ 2 verschrieben werden, können die Krankenkassen die Kosten übernehmen.
Die Besonderheiten der einzelnen Medikamente
Wegovy enthält den Wirkstoff Semaglutid, und ist speziell für die Adipositas-Behandlung zugelassen. Ärzte dürfen Wegovy bei einem Body Mass Index ab 30 oder ab 27 bei Begleiterkrankungen verschreiben. Trotz dieser offiziellen Zulassung zahlt die gesetzliche Krankenkasse Wegovy nicht.
Ozempic enthält denselben Wirkstoff wie Wegovy (Semaglutid) und ist ein GLP-1-Rezeptoragonist. Dieser Wirkstoff ahmt das natürliche Hormon GLP-1 nach, das im Darm produziert wird. Das Hormon GLP-1 reguliert den Blutzuckerspiegel und verzögert die Magenentleerung, wodurch ein längeres Sättigungsgefühl entsteht. Es ist zur Behandlung von Diabetes-Typ-2 zugelassen und wird somit von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Mounjaro arbeitet mit Tirzepatid, einem dualen Agonisten, der sowohl an GLP-1- als auch an GIP-Rezeptoren andockt. Diese doppelte Wirkweise kann die Gewichtsabnahme noch verstärken.[5] Mounjaro ist zur Behandlung von Adipositas und starkem Übergewicht zugelassen und wird derzeit nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.
Sicherheitshinweis: Wegovy (Semaglutid) und Mounjaro (Tirzepatid)
Wichtige Warnsignale
Brechen Sie die Einnahme ab und suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf, wenn Sie folgende Symptome bemerken:
- Starke Bauchschmerzen, die nicht weggehen
- Ständige Übelkeit oder Erbrechen, besonders wenn Sie nichts essen oder trinken können
- Probleme beim Sehen oder unscharfes Sehen
- Schneller Puls oder Herzrasen ohne Anstrengung
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse: starke Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken ziehen
- Allergische Reaktion: Hautausschlag, schweres Atmen, Schwellungen im Gesicht oder Hals
Hinweis: Dieser Sicherheitshinweis ersetzt keine ärztliche Beratung. Besprechen Sie alle Bedenken mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wer bekommt Ozempic von der Krankenkasse bezahlt?
Ozempic ist offiziell nur für die Behandlung von Diabetes Typ 2 zugelassen. Wenn Sie diese Stoffwechselerkrankung haben und Ihr Arzt Ihnen Ozempic zur Regulation des Blutzuckerspiegels verschreibt, übernimmt die Krankenkasse die Kosten vollständig. Hier handelt es sich um eine Behandlung für Diabetes und nicht Übergewicht.
Möchten Sie Ozempic jedoch ausschließlich zur Gewichtsreduktion ohne Diabetes-Diagnose nutzen, handelt es sich um eine Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation, einen sogenannten Off-Label-Use. In diesem Fall greift der Erstattungsausschluss für Lifestyle-Medikamente, und Sie müssen die Kosten selbst tragen. Auch wenn Ihre Ärztin die Verordnung für medizinisch sinnvoll hält, darf sie Ozempic zur reinen Gewichtsabnahme nicht auf Kassenrezept verschreiben.
Kann man Ozempic über die Krankenversicherung abrechnen?
Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung ist ausschließlich bei diagnostiziertem Diabetes Typ 2 möglich. In diesem Fall erhalten Sie ein normales Kassenrezept, das Sie in jeder Apotheke einlösen können.
Für die reine Gewichtsreduktion benötigen Sie ein Privatrezept, und Sie treten als Selbstzahler auf. Die Krankenkasse wird eine Erstattung konsequent ablehnen, selbst wenn Sie einen sehr hohen Body-Mass-Index (BMI) haben oder bereits Folgeerkrankungen des Übergewichts, die nicht Diabetes sind, haben.
Wer bekommt Wegovy von der Krankenkasse bezahlt?
Wegovy ist in Deutschland offiziell zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und Sie brauchen ein Wegovy-Rezept, um eine Behandlung zu starten. Wenn Sie einen Body Mass Index (BMI) von 30 oder höher haben oder bereits ab einem BMI von 27 mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten, darf Ihr Arzt Ihnen Wegovy verschreiben.
Trotz dieser offiziellen Zulassung für die Gewichtsreduktion übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten nicht. Der Grund ist auch hier der gesetzliche Ausschluss von Lifestyle-Medikamenten nach § 34 SGB V.[4] Die Krankenkassen betrachten Medikamente zur Gewichtsabnahme grundsätzlich als nicht erstattungsfähig, unabhängig davon, wie stark Ihr Übergewicht ausgeprägt ist oder welche gesundheitlichen Folgen bereits eingetreten sind.
Kann man Wegovy über die Krankenversicherung abrechnen?
Bei der gesetzlichen Krankenversicherung ist eine Abrechnung von Wegovy leider nicht möglich. Eine Ärztin muss Ihnen das Medikament auf einem Privatrezept verschreiben, und Sie tragen die Kosten als Selbstzahler. Eine Kassenverordnung ist ausgeschlossen.
Was kostet Wegovy im Monat?
Je nach Dosierungsstufe rechnen Sie mit monatlichen Ausgaben zwischen ca. 170 und 270 Euro (Stand 2025). In der Anfangsphase der Behandlung beginnen Sie mit einer niedrigeren Dosis, die schrittweise erhöht wird. Die Kosten steigen entsprechend mit der Dosissteigerung.
Diese Ausgaben sind als reine Medikamentenkosten zu verstehen. Hinzu kommen die Kosten für die Rezeptaussellung und ärztliche Beratung. Da die Behandlung in der Regel über mehrere Monate oder sogar Jahre erfolgen sollte, um einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, ist es sinnvoll, die Kosten im Voraus zu planen und sich eine Übersicht zu verschaffen.
Wer bekommt Mounjaro von der Krankenkasse bezahlt?
Mounjaro ist in Deutschland zur Gewichtsreduktion bei Adipositas zugelassen. Es ist ebenfalls verschreibungspflichtig und nur eine Ärztin oder ein Arzt kann Ihnen ein Mounjaro Rezept ausstellen. Eine Verschreibung ist möglich bei einem Body Mass Index (BMI) ab 30 oder bereits ab einem BMI von 27, wenn gewichtsbedingte Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte vorliegen. Wie bei Wegovy übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Mounjaro-Behandlung in der Regel nicht.
Kann man Mounjaro über die Krankenversicherung abrechnen?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Mounjaro zur Gewichtsreduktion nicht. Das Medikament muss auf Privatrezept verordnet werden, und Sie zahlen die Behandlung aus eigener Tasche. Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung ist ausgeschlossen.
Was kostet Mounjaro im Monat?
Die monatlichen Kosten für Mounjaro liegen je nach Dosierung zwischen ca. 200 und 500 Euro (Stand 2025). Die Behandlung startet mit einer niedrigen Dosis, die schrittweise gesteigert wird, und entsprechend erhöhen sich auch die Kosten.
Gut zu wissen ist, dass diese Beträge nur das Medikament abdecken. Zusätzlich fallen Kosten für eine Rezeptausstellung und ärztliche Beratung an. Da eine Behandlung über mehrere Monate bis Jahre erforderlich ist, um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt sich eine vorausschauende Kostenplanung.
Welche Alternativen gibt es?
In bestimmten Fällen kommen auch chirurgische Eingriffe infrage, deren Kosten die Krankenkasse unter strengen Voraussetzungen übernimmt. Solche sogennante bariatrischen Operationen werden in der Regel ab einem BMI von 40 oder ab 35 bei schweren Begleiterkrankungen bewilligt.[6]
Fazit: Abnehmspritzen sind in der Regel selbst zu zahlen
Abnehmspritzen wie Wegovy und Mounjaro sind medizinisch wirksame Optionen bei starkem Übergewicht.[1][3] Die Realität ist jedoch: Als gesetzlich Versicherter müssen Sie diese Behandlung selbst finanzieren.
Neben der Verschreibung durch Ihren Hausarzt oder Ihre Fachärztin bieten auch seriöse Telemedizin-Anbieter und Online-Apotheken vollständige Behandlungswege an: von der ärztlichen Online-Konsultation über die Rezeptausstellung bis zur Medikamentenlieferung. Achten Sie darauf, dass die Plattform mit zugelassenen Ärzten arbeitet und eine medizinische Beratung gewährleistet. MedExpress bietet einen solchen Service an, mit einer unverbindlichen Beratung, die Sie bequem von zu Hause aus durchführen können.
Hinweis: Dieser Artikel bietet keine rechtliche oder medizinische Beratung. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.
Nächste geplante Überprüfung: 12 Dezember 2028
Quellen

Was ist Mounjaro und wie wirkt es?

Mounjaro-Dosierung verlängern? Was Sie wissen müssen

Abnehmspritzen in Deutschland: Wegovy und Mounjaro auf Rezept erhalten

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Authors
Verfasst von: Evelyn Barrett
Evelyn Barrett
Fachlich geprüft von: Dr. Kareem Mahmoud
Dr. Kareem Mahmoud
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