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Mit dem Partner über erektile Dysfunktion sprechen
MedExpress Redaktion
Dr. Kareem Mahmoud
28 Juli 2026


Was ist eine erektile Dysfunktion?
Warum fällt es vielen Paaren schwer, über die erektile Dysfunktion zu sprechen?
Wie spricht man über die erektile Dysfunktion?
Welche Lösungen gibt es für erektile Dysfunktion
Medikamentöse Therapien zur Unterstützung bei erektiler Dysfunktion
Fazit: offen über erektile Dysfunktion sprechen und gemeinsam Lösungen finden
Erektile Dysfunktion (ED) ist in unserer Gesellschaft nach wie vor ein Tabuthema. Gerade in Partnerschaften ist es aber besonders wichtig, über diese Herausforderung zu sprechen. Denn eine offene Kommunikation ist ein entscheidender Schritt, um Männer beim Umgang mit diesem Thema zu unterstützen.
Wir erläutern, wie Sie mit Ihrem Partner über Erektionsstörungen sprechen und gemeinsam Lösungen finden können.
Bei erektiler Dysfunktion ist die Erektion trotz sexueller Erregung über einen längeren Zeitraum entweder gestört – kann also nicht lange genug aufrechterhalten werden – oder fehlt komplett. Von erektiler Dysfunktion spricht man nur dann, wenn die Erektionsstörung mindestens 6 Monate lang besteht.[1]Vorübergehende Erektionsstörungen zählen nicht dazu.
Wissenschaftliche Daten belegen, dass Erektionsstörungen ein weit verbreitetes Phänomen sind. Während laut einer Studie aus dem Jahr 2010 über alle Altersgruppen hinweg rund 40% der Männer betroffen sind[2], steigt dieser Anteil bei älteren Männern auf über 50% an.[3] Besonders bei den Jüngeren zeigt sich zudem, dass Erektionsprobleme oft mit Stress oder Leistungsdruck zusammenhängen können.[4] Grundsätzlich sind die Ursachen einer erektilen Dysfunktion komplex. Neben den psychischen Aspekten können dazu eine Reihe organischer Gründe, wie beispielsweise Durchblutungsstörungen oder Diabetes, gehören.
Erektile Dysfunktion ist ein emotionales und sehr intimes Thema. Bei Männern kommen Scham und Selbstzweifel zum Tragen, denn sexuelle Leistungsfähigkeit wird unbewusst mit ihrem Selbstwertgefühl oder ihrer Männlichkeit verbunden. Die Situation ist vielen peinlich. Eine konstruktive Kommunikation in der Beziehung ist selbst im besten Fall nicht immer selbstverständlich. Bei einem so sensiblen Thema wird es dann umso schwieriger, sich nicht von Unsicherheit und Angst vor der Reaktion des Partners zum Schweigen verleiten zu lassen.
Wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema zeigen aber, dass gerade der partnerschaftliche Ansatz beim Umgang mit erektiler Dysfunktion einen nicht unerheblichen Unterschied machen kann. Der Ansatz hier ist, die Erkrankung nicht nur als individuelles medizinisches Männergesundheitsthema zu betrachten, sondern durch die aktive Einbindung der Partnerin oder des Partners die Behandlung und den Umgang mit erektiler Dysfunktion zu verbessern.[5]
Auch wenn das Thema sensibel ist, sollten Erektionsstörungen offen angesprochen werden. Nicht zuletzt, weil dadurch Missverständnisse vermieden werden, die aus Schweigen entstehen und eine Partnerschaft belasten können. Eine offene, unterstützende Kommunikation dagegen kann helfen, gegenseitige Schuldgefühle zu reduzieren und die emotionale Belastung für beide Partner zu verringern.
Informieren Sie sich im Vorfeld des Gesprächs über die Ursachen und mögliche Behandlungen von erektiler Dysfunktion. Mit diesem Wissen im Hinterkopf können Sie sicherer in das Gespräch gehen. Wählen Sie dafür einen ruhigen Moment ohne Ablenkung und Zeitdruck. Auch ein Ort, an dem Sie sich beide wohlfühlen, kann entspannen und ein beruhigendes Umfeld schaffen.
Beginnen Sie das Gespräch, indem Sie die Situation aus Ihrer Sicht und mit Ihren eigenen Gefühlen ohne Vorwürfe und in der Ich-Form beschreiben. Beschreiben Sie Ihre Beobachtungen und Eindrücke („Ich habe den Eindruck, dass …“, „Mir ist aufgefallen …“, „Ich habe das Gefühl, dass …“, „Darüber würde ich gerne mit Dir sprechen“). Drücken Sie dabei aus, dass es Ihnen darum geht, gemeinsam eine Lösung zu finden, und dass Sie von Ihrem Partner erfahren möchten, wie es ihm geht. So wird vermieden, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt. Geben Sie Ihrem Partner Zeit und hören Sie zu, ohne zu unterbrechen oder ungeduldig zu werden. Empathie, Geduld und Verständnis sind entscheidend, um Vertrauen und eine konstruktive Gesprächsatmosphäre zu schaffen.
Was Sie in einem Gespräch über erektile Dysfunktion vermeiden sollten
Ihr Partner sollte in dem Gespräch nicht auf der „Anklagebank“ sitzen. Genauso wenig sollte er das Gefühl bekommen, dass Sie ihn bemitleiden. Verzichten Sie daher auf Formulierungen, die in Richtung Vorwürfe gehen oder als Schuldzuweisung aufgefasst werden könnten. Auch Vergleiche mit anderen, ein ironischer Ton und Ungeduld sind nicht förderlich, wenn Vertrauensbildung und eine konstruktive Atmosphäre das Ziel sind.
Wenn Sie mit Ihrem Partner im Gespräch das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, könnte ein Sexualtherapeut professionelle Hilfe bieten. Da es neben den psychischen Ursachen für die erektile Dysfunktion auch körperliche Ursachen gibt, ist zudem ärztlicher Rat sinnvoll. So kann diese Art der dauerhaften Erektionsstörung auch ein frühes Warnsignal für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Wenn Stressfaktoren die Ursache sind, kann Ihr Arzt oder ihre Ärztin auch zu weiteren Ansätzen beraten wie Achtsamkeitstraining, Yoga oder Meditation.
Viagra und Cialis sind rezeptpflichtige Potenzmittel, die zur Behandlung von erektiler Dysfunktion verschrieben werden können. Je nach Wirkstoff (Sildenafil oder Tadalafil) werden sie etwa 60 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen und helfen während ihrer Wirkungsdauer dabei, eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Beide Wirkstoffe verhindern, dass der Botenstoff cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) im Geschlechtsverkehr vorzeitig abgebaut wird. Dieser sorgt bei sexueller Erregung dafür, dass ausreichend Blut in den Penis fließt.
Erektile Dysfunktion muss kein Tabuthema bleiben. Ein ruhiges, respektvolles Gespräch mit Ihrem Partner kann dazu beitragen, Ängsten entgegenzuwirken, Missverständnisse zu vermeiden und Druck aus der Situation zu nehmen. Entscheidend ist, dass beide Partner die Situation als gemeinsame Herausforderung betrachten und sich gegenseitig mit Verständnis und Geduld begegnen. Eine ärztliche Abklärung kann helfen, die Ursachen einer erektilen Dysfunktion zu identifizieren und eine individuell passende Behandlung auszuwählen.
Scheuen Sie sich nicht, den ersten Schritt zu machen. Eine offene und wertschätzende Kommunikation ist essenziell, um Unsicherheiten, Missverständnisse und emotionalen Druck abzubauen. Miteinander zu sprechen, sich gemeinsam zu informieren und bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen, bildet die Grundlage, um nicht nur die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung der erektilen Dysfunktion zu verbessern, sondern auch um Vertrauen, Nähe und die Partnerschaft insgesamt zu stärken.
Ihre erste AnlaufstelleSprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um zu klären, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist. Alternativ berät Sie das MedExpress-Team gern zu Ihren Optionen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Über die Verschreibung einer Behandlung entscheiden qualifizierte Ärztinnen und Ärzte nach einer individuellen medizinischen Beurteilung.
Nächste geplante Überprüfung: 28 Juli 2029





MedExpress Redaktion
Dr. Kareem Mahmoud
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