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Was ist erektile Dysfunktion?
Katharina Weis
Dr. Kareem Mahmoud
6 Februar 2026 | Letzte Aktualisierung: 27 Februar 2026
27 Februar 2026


Was ist erektile Dysfunktion?
Was sind die Ursachen für Impotenz?
Organische Ursachen
Psychische Ursachen
Wie wirkt sich Übergewicht auf die Erektionsfähigkeit aus?
Mit gesunden Lebensstiländerungen zur verbesserten Erektionsfähigkeit
Ernährung
Bewegung
Stress
Schlaf
Medikamentöse Therapien als Unterstützung
Ganzheitlicher Gesundheitscheck: Gewichtsmanagement
Psychologische Unterstützung
Bei erektiler Dysfunktion ist die Erektion trotz sexueller Erregung über einen längeren Zeitraum entweder gestört (wird also nicht lange genug aufrechterhalten) oder fehlt komplett. Vorübergehende Erektionsstörungen zählen nicht dazu: Von erektiler Dysfunktion spricht man dann, wenn die Erektionsstörung mindestens 6 Monate lang besteht.[1] Die Diagnose erfolgt über ein Gespräch mit Ihrem Arzt und eine anschließende körperliche Untersuchung. Eine Studie aus dem Jahr 2010 ergab, dass erektile Dysfunktion über alle Altersgruppen hinweg bei 40% der Personen auftritt.[2]
Die Häufigkeit steigt jedoch mit dem Alter deutlich an: Während jüngere Männer seltener betroffen sind, nimmt die Prävalenz bei älteren Männern deutlich zu. Sie ist also eine weit verbreitete Erkrankung, die für die Betroffenen sehr belastend sein kann.
Die Ursachen einer Erektile Dysfunktion sind komplex. Und genauso vielschichtig sind die Gründe für Impotenz. Allgemein kann jede Störung, die sich auf die Arterien und Nerven des Penis, auf den Hormonspiegel und die glatte Muskulatur (vor allem die nicht willkürlich steuerbare Muskulatur im Penis) auswirkt, eine erektile Dysfunktion verursachen.[1] Die Gründe lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: organische und psychische Ursachen.
Durchblutungsstörungen
Um eine ausreichende Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten, muss dafür gesorgt sein, dass viel Blut in den Schwellkörper fließen kann. Bei Durchblutungsstörungen wie Atherosklerose (Gefäßverkalkung) ist die Durchblutung unzureichend, sodass der Penis nicht ausreichend mit Blut gefüllt und versteift werden kann. Deshalb werden bei der Diagnostik für erektile Dysfunktion häufig die Blutgefäße, vor allem aber die Beckenarterien und die kleinen Penisgefäße untersucht.
Testosteronmangel
Ein Mangel an Testosteron kann ein begünstigender Faktor für Erektionsstörungen sein. Er kann durch Hypogonadismus (eine Unterfunktion der Keimdrüsen) verursacht werden und unter anderem zum Abbau von glatten Muskelzellen im Penis führen. Glatte Muskelzellen spielen bei der Erektion eine besondere Rolle. Sind sie entspannt, kann ausreichend Blut in den Penis strömen. Werden diese Muskelzellen abgebaut, kann sich der Schwellkörper nicht ausreichend mit Blut füllen, wodurch die Erektion entweder abgeschwächt oder vollständig gestört wird. Eine Hormonbestimmung wird jedoch standardmäßig nur bei klinischem Verdacht empfohlen.
Diabetes
Männer mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für erektile Dysfunktion. Das zeigen auch Studien: So erkranken zwischen 35 und 75% der Männer mit Diabetes an erektiler Dysfunktion.[3] Ein erhöhter Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum kann unter anderem zu Schäden an den Nerven, Venen und Arterien in Ihrem Penis führen, wodurch die Erektionsfähigkeit beeinträchtigt werden kann. Wenn Sie Diabetes haben, kann die Behandlung von erektiler Dysfunktion zusätzlich erschwert werden, da einige Medikamente, die zur Behandlung eingesetzt werden, eine Wechselwirkung mit Herz-Kreislauf-Medikamenten hervorrufen können – vor allem Nitrate können derartige Wechselwirkungen erzeugen.
Anatomie
Auch anatomische Veränderungen können zu Impotenz führen. Ein Beispiel dafür ist Morbus Peyronie, auch erworbene Penisverkrümmung genannt. Dabei bilden sich im Bindegewebe des Penis Verhärtungen (Plaques), die zu einer mitunter schmerzhaften Krümmung des Penis führen können.
Es gibt einige psychische Belastungen, die sich auf Ihre Erektionsfähigkeit auswirken können. Dazu gehören unter anderem Angstzustände und Stress, zum Beispiel in Form von sexueller Versagensangst. Wenn Sie stark gestresst sind oder Versagensängste haben, können sich Ihre Blutgefäße verengen, wodurch nicht genügend Blut in Ihren Penis fließen kann. Natürlich kann auch erektile Dysfunktion selbst ein Grund für sexuelle Versagensangst sein.
Ähnlich wie Angst und Stress können auch Depressionen Ihre Erektionsfähigkeit beeinflussen. Die Wirkung kann je nach Schweregrad der depressiven Episode unterschiedlich stark ausfallen. Wenn Sie Antidepressiva einnehmen, ist es ebenfalls möglich, dass Sie eine verminderte Erektionsfähigkeit bei sich feststellen. Denn einige Antidepressiva können genau die Hormone stören, die für die Sexualfunktion so wichtig sind.
Einer der größten Risikofaktoren für erektile Dysfunktion ist Übergewicht. Um festzustellen, ob eine Person Übergewicht oder Adipositas hat, wird in der Regel der Body Mass Index (BMI) verwendet. Mit ihm lässt sich das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpergewicht berechnen. Ab einem BMI von 25 gilt man als übergewichtig; Menschen mit einem BMI von mindestens 30 gelten als adipös.[4] Aber wie genau wirkt sich das Körpergewicht auf die Erektionsfähigkeit aus?
Um diese Frage zu klären, müssen wir zuallererst einen wichtigen Unterschied verstehen: nämlich den zwischen Unterhautfettgewebe und Viszeralfett. Als Unterhautfett bezeichnet man das Fettgewebe, das sich unterhalb der Haut befindet. Es dient als Energiespeicher und hilft bei der Wärmeisolation des Körpers. Viszeralfett ist hingegen das Fettgewebe in der freien Bauchhöhle. Es kann selbst Hormone und Substanzen produzieren, die Entzündungen im Körper fördern. Wie viel Viszeralfett ein Mensch hat, kann durch eine Messung des Bauchumfangs bestimmt werden. Eine hohe Menge an Viszeralfett erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2.
Und da sind wir auch schon mitten in den Folgen von Übergewicht: Sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch Diabetes können sich auf die Durchblutung auswirken. Auch eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass Übergewicht zu Durchblutungsstörungen führen kann.[5] Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und chronische Entzündungen können ebenfalls Folgen von Übergewicht und Adipositas sein und sich auf Ihre Erektionsfähigkeit auswirken. Tatsächlich haben übergewichtige Menschen und Menschen mit Adipositas ein etwa 30% bzw. 60% höheres Risiko, an erektiler Dysfunktion zu erkranken, als Menschen mit Normalgewicht.[6] Ein gesundes Körpergewicht und eine verringerte Menge an Viszeralfett kann also dabei helfen, Impotenz vorzubeugen.
Ein gesunder Lebensstil ist immer eine gute Idee und selbst kleine Lebensstiländerungen können einen großen Unterschied bewirken. Aber wo anfangen? Die wichtigsten Grundpfeiler für einen gesunden Lebensstil sind Ernährung, Sport, Stress und Schlaf.
Es gibt einige Lebensmittel, die sich negativ auf die Gefäßgesundheit auswirken. Dazu zählen unter anderem Süßigkeiten, rotes Fleisch, frittierte Speisen, stark gesalzenes Essen und Wurst. Diese können sich bei der Verstoffwechselung als überschüssige Stoffwechselprodukte in den Herzkranzgefäßen ablagern und den Blutfluss stören.[6] Auch Alkohol und Nikotin sollten Sie meiden – laut Studien können beide Substanzen das Risiko für erektile Dysfunktion erhöhen.[8]
Aber was darf man nun essen? Am besten geeignet ist die sogenannte Mittelmeerdiät. Durch die gefäßfreundlichen Speisen kann sie sich nachweislich positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirken.[9] Wie der Name bereits vermuten lässt, orientiert sich die Mittelmeerdiät an der traditionellen Ernährung im Mittelmeerraum: Fisch, reichlich Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Olivenöl enthalten nicht nur ungesättigte Fettsäuren, sondern auch reichlich Flavonoid und L-Arginin, welche beide die Gefäßgesundheit unterstützen und so für einen besseren Blutfluss sorgen. Diese Ernährung ist auch geeignet, wenn Sie Viagra einnehmen.
Wenn Sie auch langfristig ein gesundes Gewicht halten möchten, darf Bewegung nicht fehlen. Abnehmen durch Sport verbessert die Herz-Kreislauf-Funktion, baut Muskeln auf und sorgt für bessere Stoffwechselwerte. Ausdauertraining (zum Beispiel Joggen) oder Krafttraining eignen sich hervorragend, um die Gewichtsabnahme zu unterstützen und Ihren Körper zu kräftigen.
Was Sie auf keinen Fall unterschätzen sollten: die Wirkung einfacher Alltagsbewegungen. Egal ob Treppensteigen, Gartenarbeit oder der Gang zum Supermarkt – all das sind Bewegungen, die Ihren Körper in Schwung bringen und Ihnen dabei helfen, ein gesundes Gewicht zu halten. Vor allem, wenn Sie schon seit einiger Zeit keinen Sport mehr getrieben haben, sind diese Übungen ein guter Einstieg.
Stress versetzt den Körper bei einer Gefahr in Alarmbereitschaft. Durch den erhöhten Blutdruck und die erhöhte Herzfrequenz sind die Sinne geschärft und man kann besser reagieren. Er kann über einen kurzen Zeitraum förderlich sein, uns dabei helfen, Herausforderungen zu bewältigen, und ist an und für sich etwas sehr Natürliches. Dauerstress führt jedoch zu dauerhaft erhöhtem Blutdruck, Verengungen oder gar Verstopfungen der Blutgefäße – wodurch natürlich auch die Durchblutung des Penis gestört wird.
Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass nach stressigen Momenten auch Phasen der Entspannung folgen. Wenn Sie das Gefühl haben, ständig gestresst zu sein, kann es helfen, einige Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen auszuprobieren: Meditation, Atemübungen, Bewegung wie Yoga oder Tai Chi oder Progressive Muskelentspannung können erdend wirken und dafür sorgen, dass Sie besser zur Ruhe kommen.
Chronischer Schlafmangel kann zu einem erhöhten Risiko für Adipositas führen und zusätzlich die Wirkung gesunder Ernährung behindern.[10] Achten Sie deshalb besonders auf Ihre Schlafhygiene, also Ihre Gewohnheiten und Verhaltensweisen rund um Schlaf. Dazu zählen zum Beispiel:
Potenzmittel
Viagra und Cialis sind rezeptpflichtige Potenzmittel, die zur Behandlung von erektiler Dysfunktion verschrieben werden. Sie helfen dabei, eine Erektion herbeizuführen und aufrechtzuerhalten. Je nach Wirkstoff (Sildenafil oder Tadalafil) werden sie etwa 60 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen und helfen während ihrer Wirkungsdauer dabei, eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Beide Wirkstoffe verhindern, dass der Botenstoff cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) bei Geschlechtsverkehr vorzeitig abgebaut wird. Dieser sorgt bei sexueller Erregung dafür, dass ausreichend Blut in den Penis fließt.[11]
Bei erektiler Dysfunktion kommt es zu einem Mangel an cGMP und es strömt nicht genug Blut in den Penis. Sildenafil verhindert also, dass cGMP während des Geschlechtsverkehrs vorzeitig abgebaut wird. Dadurch bleiben die Blutgefäße länger erweitert, der Schwellkörper wird besser durchblutet und eine Erektion kann leichter erreicht und aufrechterhalten werden.
Achten Sie darauf, dass Potenzmittel allein keine sexuelle Erregung auslösen. Eine Erektion kann nur mit entsprechender sexueller Stimulation erreicht werden.
Abnehmspritzen
Ein gesundes Gewicht kann das Risiko für erektile Dysfunktion verringern.[12] Mit Lebensstiländerungen wie einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung kann ein gesundes Gewicht erreicht und erektile Dysfunktion vorgebeugt werden. Für viele Menschen können solche Lebensstiländerungen jedoch sehr schwer sein. Abnehmspritzen können dabei eine wirkungsvolle Starthilfe sein.
Abnehmspritzen wie Wegovy und Mounjaro sind rezeptpflichtige Medikamente, die bei der Gewichtsabnahme unterstützen können. Sie sind vor allem für Menschen mit einem BMI über 30 vorgesehen, können jedoch auch bei Personen mit einem BMI über 27 verschrieben werden, wenn gewichtsbedingte Gesundheitsprobleme vorliegen.
Studien haben gezeigt, dass Menschen mithilfe regelmäßiger Anwendungen von Mounjaro (Wirkstoff: Tirzepatid, 15 mg über 72 Wochen) bis zu 25 % ihres Ausganggewichts abnehmen können.[13] Vor allem zu Beginn der Gewichtsabnahme können Abnehmspritzen eine wirkungsvolle Unterstützung sein, jedoch immer in Kombination mit einer gesunden Ernährung und Sport. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Abnehmspritzen Erektionsstörungen begünstigen. Sie sind zur Behandlung von Adipositas zugelassen. Sie können jedoch eine wirksame Unterstützung sein, wenn Sie auf gesunde Weise abnehmen möchten.
Wenn Sie wissen möchten, ob Sie für die Behandlung mit Abnehmspritzen in Frage kommen, wenden Sie sich an eine ärztliche Fachkraft oder lassen Sie sich von unserem Team beraten.
Erektile Dysfunktion wirkt sich nicht nur auf Ihre Fähigkeit aus, eine Erektion zu erreichen – sie kann auch eine psychische Belastung darstellen. Insbesondere, wenn Ihre erektile Dysfunktion psychische Ursachen hat, kann es helfen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine psychologische Fachkraft unterstützt Sie dabei, Wege für den Umgang mit der Erkrankung zu finden und psychische Belastungen aufzuarbeiten.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.
Nächste geplante Überprüfung: 27 Februar 2029

Katharina Weis
Dr. Kareem Mahmoud
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