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Was ist Viagra und wie wirkt es?

Was ist Viagra und wie wirkt es?


Verfasst von:

Katharina Weis

Fachlich geprüft von:

Dr. Kareem Mahmoud

Erstveröffentlichung:

27 Februar 2026

Lesezeit: 6 Minuten
Mann im Bett

Was ist Viagra und wie wirkt es?

Viagra ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das zur Behandlung von erektiler Dysfunktion verwendet wird. Es ist in Tablettenform erhältlich und wird etwa eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen. Die Wirkung setzt schneller ein, wenn die Tablette auf leerem Magen eingenommen wird, und hält etwa 4–6 Stunden an. Der Wirkstoff Sildenafil ist mittlerweile auch als Generikum erhältlich. Generika stimmen wirkstoffmäßig mit dem Originalmedikament überein und werden unter denselben Qualitätsstandards wie andere Medikamente hergestellt.

Sildenafil hilft dabei, eine Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten.[2] Aber wie funktioniert das im Detail? Bei sexueller Erregung setzt der Körper einen Botenstoff frei, das sogenannte cyclische Guanosinmonophosphat (kurz cGMP). Dieser Botenstoff ist für die Erektion besonders wichtig, denn er sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße im Penis erweitern und mehr Blut in den Schwellkörper gelangt.

Bei erektiler Dysfunktion kann der Penis keine ausreichende Erektion für Geschlechtverkehr herbeiführen. Das liegt häufig daran, dass das körpereigene Enzym Phosphodiesterase den Botenstoff cGMP zu schnell abbaut. Dadurch kommt es zu einem Mangel an cGMP und es strömt nicht genug Blut in den Penis. Sildenafil gehört zu einer Gruppe gefäßerweiternder Substanzen, den sogenannten Phosphodiesterase-5-Hemmern (PDE-5-Hemmer). Diese blockieren gezielt das Enzym Phoshpodiesterase, wodurch weniger cGMP abgebaut wird.

Sildenafil verhindert also, dass cGMP vorzeitig abgebaut wird. Dadurch bleiben die Blutgefäße länger erweitert, der Schwellkörper wird besser durchblutet und eine Erektion kann leichter erreicht und aufrechterhalten werden. Denken Sie jedoch daran: Damit Sildenafil seine Wirkung entfalten kann, müssen Sie sexuell erregt sein.

Warum sollte ich die Nebenwirkungen von Viagra kennen?

Bei Ihnen wurde eine erektile Dysfunktion diagnostiziert und Sie möchten nun mit Ihrer Ärztin über eine mögliche Verschreibung von Viagra sprechen? Dann sollten Sie sich schon im Voraus mit den Nebenwirkungen des Medikaments vertraut machen. Dafür gibt es eine ganze Reihe an Gründen:

  • Sie können harmlosere Nebenwirkungen besser einordnen.
  • Sie können ungewöhnliche Symptome schneller erkennen und im Ernstfall rechtzeitig reagieren.
  • Sie können die Einnahme des Medikaments besser in Ihren Alltag einplanen, damit etwaige bekannte Nebenwirkungen Sie nicht unerwartet treffen.
  • Sie können gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen, um Nebenwirkungen abzuschwächen oder vorzubeugen.
  • Sie können zusammen mit Ihrer ärztlichen Fachkraft zwischen erwartetem Nutzen und möglichen Risiken abwägen.

Das Auseinandersetzen mit möglichen Nebenwirkungen führt also insgesamt zu einem bewussteren Umgang mit dem Medikament.

Wie entstehen die Nebenwirkungen?

Viagra wirkt systemisch – das bedeutet, dass der Wirkstoff über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt wird und nicht ausschließlich im Penis wirkt. Dadurch können auch in anderen Körperregionen Blutgefäße erweitert werden, was zu sinkendem Blutdruck führen kann. Dies erklärt auch Nebenwirkungen wie Schwindel und Kopfschmerzen (durch erweiterte Blutgefäße im Kopf).[2] Viagra hat noch weitere Nebenwirkungen, welche ebenfalls mit der systemischen Wirkung zusammenhängen.

Welche Nebenwirkungen hat Viagra?

Kein Medikament kommt ohne Nebenwirkungen aus. Bei Viagra gilt: Je höher die Dosierung, desto größer die Wahrscheinlichkeit für schwere Nebenwirkungen. In der Regel sind die Nebenwirkungen jedoch nur vorübergehend und verschwinden, sobald die Behandlung beendet wird.

Sehr häufige Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen treten bei mindestens 1 von 10 Anwendern auf. Dazu zählen vor allem Kopfschmerzen.[3]

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Schwindel, Sehstörungen, anfallartige Rötungen (auch Flush genannt), Hitzewallung, verstopfte Nase, Übelkeit und Dyspepsie (Verdauungsstörungen).[3]

Gelegentliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Viagra kann es gelegentlich zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut, Überempfindlichkeit, Somnolenz (eine Art der Bewusstseinsstörung), Hypästhesie (Sensibilitätsstörungen vor allem im Bereich der Haut), Vertigo (Störung des Gleichgewichtssinns), Tinnitus sowie Hypo- und Hypertonie (zu niedriger bzw. zu hoher Blutdruck) kommen. Zusätzlich sind eine Reihe von Augenerkrankungen wie Tränenflussstörungen und Augenschmerzen sowie Erkrankungen der Atemwege und des Gastrointestinaltrakts möglich.[3]

Seltene Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen treten bei 1–10 von 10.000 Anwendern auf. Das bedeutet, dass nur wenige Menschen davon betroffen sind. Zu den seltenen Nebenwirkungen von Viagra zählen unter anderem Schlaganfälle, Krampfanfälle, Taubheit, Herzinfarkt, Engegefühl des Halses, Penisblutung und Priapismus (schmerzhafte Dauererektion). Auch Augenerkrankungen wie Glaukome, verminderte Sehschärfe, Schwellung des Auges oder Augenreizung sind möglich.[3]

Risiken und Kontraindikationen: Für wen ist Viagra nicht geeignet?

Da Viagra verschreibungspflichtig ist, sollten Sie in jedem Fall Rücksprache mit einer ärztlichen Fachkraft halten, um herauszufinden, ob die Einnahme für Sie sicher ist. Es gibt nämlich Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Patienten, die bestimmte Medikamente einnehmen, für die die Anwendung von Viagra nicht empfohlen wird. Viagra ist unter anderem nicht für Sie geeignet, wenn:

  • bei Ihnen eine Übermpefindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere PDE-5-Hemmer festgestellt wurde
  • Sie Nitrate einnehmen (diese verstärken den blutdrucksenden Effekt von Viagra)
  • Sie eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung, instabile Angina pectoris oder schwere Herzinsuffizienz haben und Ihnen von sexuellen Aktivitäten abgeraten wurde
  • bei Ihnen eine schwere Leberinsuffizienz vorliegt
  • Sie vor Kurzem einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten
  • bei Ihnen Hypotonie (zu niedriger Blutdruck) festgestellt wurde.[4]

Wann sollte ich ärztliche Hilfe aufsuchen?

Wenn die herbeigeführte Erektion länger als 4 Stunden andauert oder Ihnen Schmerzen bereitet, sollten Sie umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Bei Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot oder plötzlichen Seh- oder Hörstungen sollten Sie ebenfalls sofort eine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen. Das Gleiche gilt für besonders stark ausgeprägte oder langanhaltende Nebenwirkungen.

Wie bewältige ich Nebenwirkungen?

Was tun bei Viagra-Nebenwirkungen – diese Frage stellen sich Patienten vor allem dann, wenn sie Symptome bei sich feststellen. In allererster Linie ist Vorbeugung der beste Schutz: Wenn Sie das Medikament in der richtigen Dosis einnehmen und sich an die Absprachen mit Ihrer ärztlichen Fachkraft halten, können viele Risiken bereits verringert werden. Achten Sie außerdem darauf, vor der Einnahme und während der Wirkungsdauer Alkohol oder zu meiden, da andernfalls die Nebenwirkungen wie Blutdruckabfall verstärkt werden können. Auch mit der Einnahme der geringstmöglichen wirksamen Dosis kann das Risiko von Nebenwirkungen reduziert werden.

Doch was, wenn bereits erste Nebenwirkungen aufgetreten sind? Die gute Nachricht: Die meisten milden Nebenwirkungen klingen innerhalb einiger Stunden oder auch Tage von selbst ab. Bei anhaltenden oder starken Nebenwirkungen sollten Sie die Einnahme beenden und mit einer ärztlichen Fachkraft Rücksprache halten.

Sollten Sie Kopfschmerzen haben oder Verdauungsstörungen bei sich feststellen, ist Wasser immer ein guter Tipp. Dadurch können die Nebenwirkungen abgeschwächt und ihr Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt werden. Bei Hitzewallungen und Rötungen können kühlende Umschläge und Ruhe Linderung verschaffen.

Hinweis: Bei diesen Tipps handelt es sich um unterstützende Maßnahmen. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie in jedem Fall einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Fazit

Wenn Sie Medikamente einnehmen, ist ein verantwortungsvoller Umgang unerlässlich – Potenzmittel sind da keine Ausnahme. Mit dem Wissen über mögliche Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Wechselwirkungen können Sie zusammen mit Ihrer Ärztin informierte Entscheidungen treffen, das Risiko für Nebenwirkungen senken und im Ernstfall schnell reagieren. Viagra kann bei erektiler Dysfunktion eine gute Unterstützung sein. Denken Sie jedoch daran: Es kann die Symptome erektiler Dysfunktion lindern, beseitigt jedoch nicht die Grundursache der Erkrankung.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.

Nächste geplante Überprüfung: 27 Februar 2029

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Verfasst von: Katharina Weis

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Dr. Kareem Mahmoud

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Viagra: Überblick und Tipps zum Umgang mit Nebenwirkungen | MedExpress