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Foundayo™ oder Mounjaro® zur Gewichtsabnahme: Wirkung und Anwendung im Vergleich
MedExpress Redaktion
Dr. Kareem Mahmoud
30. September 2026


Von Abnehmspritzen bis zu Abnehmtabletten: Die medikamentösen Möglichkeiten zur Gewichtsabnahme entwickeln sich derzeit schnell weiter. Neben bereits etablierten Präparaten wie Mounjaro® oder Wegovy® kommen neue Wirkstoffe und Darreichungsformen hinzu. Damit wächst das Angebot, und gleichzeitig wird es schwieriger, die Unterschiede zwischen den einzelnen Medikamenten einzuordnen.
Zuletzt hat das US-amerikanische Pharmaunternehmen Eli Lilly zusätzlich zu seiner Mounjaro-Abnehmspritze die Foundayo™ Tabletten auf den Markt gebracht, die bisher in den USA und Großbritannien zugelassen sind. Für die EU befindet sich die Zulassung derzeit in der Prüfung. In unserem Ratgeber vergleichen wir beide Abnehmmedikamente: Erfahren Sie, worin sich Spritze und Tablette unterscheiden, wie es um die Foundayo-Zulassung in Deutschland steht und worauf Sie im Hinblick auf Ihre individuellen Bedürfnisse achten müssen.
Foundayo ist der Markenname für den Wirkstoff Orforglipron, der von dem Pharmaunternehmen und Hersteller der Mounjaro-Abnehmspritze, Eli Lilly, neu entwickelt wurde. Dieser Wirkstoff gehört zu den nicht-peptidischen GLP-1-Rezeptoragonisten und wird oral als Tablette eingenommen. „Nicht-peptidisch“ bedeutet, dass Orforglipron anders als die bisher bekannten GLP-1-Abnehmmedikamente nicht aus Aminosäureketten (Peptiden) besteht, sondern ein kleines Molekül ist.
Während die Wegovy-Tabletten des Herstellers Novo Nordisk die orale Form der Wegovy-Abnehmspritze sind und denselben Wirkstoff wie die Injektion enthalten, konnte Eli Lilly diesen Weg nicht gehen. Grund: Der Wirkstoff Tirzepatid, auf dem die Mounjaro-Abnehmspritze basiert, ist ein dualer GIP/GLP-1-Rezeptoragonist und damit ein größeres und komplexeres Peptid. Bei der oralen Aufnahme würde der Körper es im Verdauungstrakt zerlegen, bevor es wirksam wird. Als ein kleines Molekül bleibt der strukturell andere Wirkstoff Orforglipron dagegen bei der oralen Einnahme stabil und kann seine Wirkung im Körper entfalten.
Der GLP-1-Rezeptoragonist Orforglipron ahmt das körpereigene Hormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) nach, das nach dem Essen freigesetzt wird. Dieses Darmhormon ist unter anderem an der Regulation von Appetit und Sättigung beteiligt. Orforglipron aktiviert genau die Andockstelle im Körper, an die das Darmhormon GLP-1 bindet. So hilft es dabei, den Appetit und das Sättigungsgefühl zu regulieren und dadurch die Gewichtsabnahme zu unterstützen. Wie andere GLP-1-Rezeptoragonisten beeinflusst der Wirkstoff außerdem die Magenentleerung und den Glukosestoffwechsel.[1]
Die wesentlichen Unterschiede zwischen den Foundayo-Tabletten und der Mounjaro-Abnehmspritze liegen in der Wirkweise und Einnahme bzw. Anwendung.
Wirkweise
Während Orforglipron, der Wirkstoff in Foundayo, ausschließlich den GLP-1-Rezeptor aktiviert, wirkt Tirzepatid, der Wirkstoff in Mounjaro, sowohl auf den GIP- als auch auf den GLP-1-Rezeptor. Damit verfolgen die beiden Medikamente unterschiedliche pharmakologische Ansätze.
Einnahme und Anwendung
Bei der Einnahme und Anwendung unterscheiden sich die beiden Medikamente deutlich. Foundayo wird einmal täglich als Tablette eingenommen. Das kann zu jeder Tageszeit und unabhängig von Mahlzeiten erfolgen. Das heißt: Foundayo muss nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Die Behandlung beginnt mit einer Dosis von 0,8 mg und erfolgt mit einer möglichen schrittweisen Erhöhung auf 2,5 mg, 5,5 mg, 9 mg, 14,5 mg und die maximal (in den USA und Großbritannien) zugelassene Tagesdosis von 17,2 mg.[1]
Mounjaro wird dagegen einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigeren Dosis, die schrittweise erhöht werden kann. Die empfohlenen Dosen liegen bei 5, 10 oder 15 mg einmal wöchentlich. 15 mg ist die maximale Dosis.[2]
Die Angaben zur Wirksamkeit von Orforglipron basieren auf dem ATTAIN-Studienprogramm. In der 72-wöchigen klinischen ATTAIN-1-Studie mit 3.127 Teilnehmenden (adipös, ohne Diabetes) wurden dabei drei Dosierungen von Orforglipron im Vergleich zu Placebo untersucht. Bei der höchsten Dosierung von 36 mg täglich konnte ein Gewichtsverlust von durchschnittlich rund 12% des Ausgangsgewichts beobachtet werden.[3]
Für die letztendlich zugelassene Höchstdosis von 17,2 mg bei Erwachsenen ohne Diabetes nennt die Produktinformation des Herstellers nach 72 Wochen eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von rund 11%.[4] Zum Verständnis: Die unterschiedlichen Dosierungen haben mit der Darreichungsform des Wirkstoffs zu tun. Bei der Studie wurde eine Hartkapsel verwendet, die zugelassene Form ist aber eine Filmtablette. Hinsichtlich der Wirkung entsprechen die 17,2 mg der Foundayo-Filmtablette den 36 mg der in den Studien genutzten Hartkapsel.[1]
Teilnehmende einer Studie zum Mounjaro-Wirkstoff Tirzepatid verloren über einen Zeitraum von 72 Wochen bei einmal wöchentlicher Anwendung der Höchstdosis von 15 mg durchschnittlich rund 23% ihres Ausgangsgewichts.[5] In den jeweiligen Studien fiel die durchschnittliche Gewichtsabnahme unter Tirzepatid höher aus als unter Orforglipron. Da die Wirkstoffe jedoch in unterschiedlichen Studien und Personengruppen untersucht wurden, lassen sich die Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichen. Dazu kommt, dass die Behandlung mit Abnehmmedikamenten bei jedem Menschen anders verlaufen, sodass sich Studienergebnisse nicht pauschal auf die eigene Situation übertragen lassen.
Die Nebenwirkungsprofile von Mounjaro und Foundayo ähneln sich in einigen Punkten. Bei beiden Medikamenten gehören Beschwerden des Magen-Darm-Trakts zu den häufigsten Nebenwirkungen. Dazu gehören Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen. Sowohl bei Mounjaro als auch bei Foundayo sind die Beschwerden überwiegend leicht bis mittelschwer und treten insbesondere während der Dosiserhöhung auf.
Die Fachinformation für Mounjaro und die Produktinformation für Foundayo weisen außerdem auf potenziell schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung hin. Das Risiko einer Unterzuckerung kann insbesondere bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Diabetesmedikamenten erhöht sein.[2,4] Bei ungewöhnlichen Beschwerden sollte immer ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Nach den USA im Frühjahr 2026 hat Großbritannien als erstes europäisches Land im August 2026 die Zulassung für den Wirkstoff Orforglipron erteilt. Damit können die Foundayo-Tabletten Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher beziehungsweise mit einem BMI zwischen 27 und 30 und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung verschrieben werden. Außerdem ist der Wirkstoff zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Menschen mit unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes zugelassen.
In der EU und Deutschland steht Stand September 2026 die Zulassung noch aus. Das Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) läuft. Mit einer Entscheidung über die EU-Zulassung wird derzeit Ende 2026 oder Anfang 2027 gerechnet.
Foundayo und Mounjaro verfolgen jeweils unterschiedliche pharmakologische Ansätze. Foundayo enthält den GLP-1-Rezeptoragonisten Orforglipron und wird einmal täglich oral eingenommen. Mounjaro enthält den dualen GIP-/GLP-1-Rezeptoragonisten Tirzepatid und wird einmal wöchentlich injiziert.
Beide Wirkstoffe haben in klinischen Studien eine deutliche Gewichtsabnahme gezeigt. Die Ergebnisse der jeweiligen Studien lassen sich jedoch nicht als direkter Vergleich der Wirksamkeit interpretieren. Welche Behandlung geeignet ist, hängt unter anderem von der individuellen medizinischen Situation, den Abnehmzielen und den zugelassenen Behandlungsmöglichkeiten ab, die im Fall von Foundayo in Deutschland noch ausstehen.
Ihre erste Anlaufstelle
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um zu klären, ob eine Abnehmbehandlung für Sie geeignet ist. Alternativ berät Sie das MedExpress-Team gern zu Ihren Optionen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Über die Verschreibung einer Behandlung entscheiden qualifizierte Ärztinnen und Ärzte nach einer individuellen medizinischen Beurteilung.
Nächste geplante Überprüfung: 30. September 2029





MedExpress Redaktion
Dr. Kareem Mahmoud
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