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Übelkeit bei Mounjaro sicher bewältigen

Übelkeit bei Mounjaro sicher bewältigen


Verfasst von:

Katharina Weis

Fachlich geprüft von:

Dr. Kareem Mahmoud

Erstveröffentlichung:

10 April 2026

Lesezeit: 6 Minuten
Frau mit Übelkeit

Übelkeit bei Mounjaro: Das können Sie tun

Abnehmspritzen wie Mounjaro können Sie in Kombination mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung bei Ihrer Abnehmreise unterstützen. Vor allem zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung kann es jedoch zu Nebenwirkungen kommen, darunter auch Übelkeit. Diese kann vor allem im Alltag schwer zu bewältigen sein. In diesem Artikel erfahren Sie deshalb, was Sie gegen Übelkeit tun und wie Sie Nebenwirkungen reduzieren können.

Warum kann nach der Einnahme von Mounjaro Übelkeit auftreten?

Mounjaro ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das den Wirkstoff Tirzepatid enthält. Dieser Wirkstoff gehört zu den sogenannten dualen GLP-1-GIP-Rezeptoragonisten. GLP-1 und GIP sind zwei wichtige Darmhormone, die normalerweise nach dem Essen ausgeschüttet werden. Sie sorgen für ein längeres Sättigungsgefühl und reduzieren den Appetit. Diese werden von dem Wirkstoff in Mounjaro nachgeahmt, wodurch die Magenentleerung verlangsamt wird, Sie sich länger satt fühlen und weniger Appetit haben.[1]

Diese Wirkung kann dabei helfen, Gewicht zu verlieren. Sie kann jedoch auch mit Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt in Verbindung stehen. Eine der häufigsten Nebenwirkungen von Mounjaro ist Übelkeit. Ausgelöst wird sie dadurch, dass die Magenentleerung verlangsamt wird und Nahrung länger im Magen verbleibt.[1] Die Folge: Der Magen dehnt sich aus und sendet Signale an Ihr Gehirn, die Übelkeit auslösen können.

Das können Sie gegen Übelkeit tun

Übelkeit ist ein mulmiges Gefühl, als müssten Sie sich übergeben. Vor allem im Alltag, während der Arbeit oder wenn Sie unterwegs sind, kann diese Nebenwirkung schwer zu bewältigen sein und zusätzlichen Stress auslösen. Sie tritt bei mehr als 1 von 10 Personen auf und betrifft somit einen Großteil der Patientinnen und Patienten.[2]

Übelkeit kann in schweren Fällen und insbesondere in Kombination mit wiederholtem Erbrechen zu Dehydrierung führen. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum mit Übelkeit zu kämpfen haben, kann es sein, dass Sie nicht ausreichend Flüssigkeit oder Nahrung zu sich nehmen.[3] Deshalb ist es wichtig, dass Sie in möglichst kleinen Schlucken viel Flüssigkeit zu sich nehmen – auch wenn Ihnen vielleicht gar nicht danach ist.

Wenn Ihnen nach der Einnahme von Mounjaro übel ist, gibt es ein paar Strategien, die Linderung verschaffen können:

Essverhalten anpassen:

Kleinere, aber dafür regelmäßige Mahlzeiten können dabei helfen, den Magen zu beruhigen. Achten Sie darauf, nicht zu schnell zu essen und aufzuhören, sobald Sie satt sind, um den Magen nicht unnötig zu strapazieren.

Schonkost:

Leichte Kost wie Zwieback, Haferbrei (ohne Milch), Bananen, geriebener Apfel oder leichte Suppen liefern Flüssigkeit und Nährstoffe und können die Symptome lindern.

Ausreichend trinken:

Achten Sie darauf, über den Tag verteilt in kleinen Schlucken genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Kaltes Wasser oder Kräutertees wie Pfefferminz-, Ingwer- oder Kamillentee eignen sich dafür hervorragend.

Frische Luft:

Manchmal kann es helfen, ein Fenster zu öffnen oder einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Stickige, sauerstoffarme Luft kann Übelkeit verstärken. Durch frische Luft können Sie unangenehme Gerüche vertreiben und Ihren Kreislauf stabilisieren.

Verzichten Sie möglichst auf fettige, frittierte oder stark gewürzte Speisen. Diese belasten die Verdauung, reizen den Magen und können die Symptome verstärken. Achten Sie außerdem darauf, sich nach dem Essen nicht direkt hinzulegen, da es dadurch zu einem Rückfluss von Magensäure kommen und die Verdauung erschwert werden kann.

Vorsicht bei langanhaltender starker Übelkeit

Wenn Sie an starker Übelkeit und Unterleibsschmerzen leiden, die in den Rücken ausstrahlen, suchen Sie umgehend eine Arztpraxis oder die Notaufnahme auf. Dies können Anzeichen einer Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse) sein. Pankreatitis tritt selten auf, betrifft jedoch bis zu 1 von 100 Patientinnen und Patienten und erfordert sofortige ärztliche Hilfe.[3]

Neben starker Übelkeit und Unterleibsschmerzen können auch folgende Symptome auftreten:

  • Häufiges Erbrechen
  • Fieber
  • Kreislaufprobleme
  • Stark aufgeblähter Bauch.[4]

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome auf Sie zutreffen, rufen Sie umgehend den Notruf oder begeben Sie sich in die Notaufnahme.

So können Sie Nebenwirkungen vorbeugen

Die korrekte Einnahme des Medikaments ist essenziell, um Nebenwirkungen zu reduzieren. Achten Sie deshalb genau auf die Gebrauchsanweisung Ihres Mounjaro KwikPens. Eine regelmäßige und gleichbleibende Routine kann Ihrem Körper außerdem dabei helfen, sich an das Medikament oder die neue Dosis zu gewöhnen.

Es ist zwar nicht bekannt, dass Alkohol direkt die Wirkweise von Mounjaro beeinflusst, es kann aber Nebenwirkungen wie Übelkeit verstärken. Da sowohl Mounjaro als auch Alkohol Übelkeit verursachen können, sollten Sie während der Behandlung auf größere Alkoholmengen verzichten. Zusätzlich enthält Alkohol viele Kalorien ohne echten Nährwert, was den Gewichtsverlust verlangsamen kann.

Wenn vor allem kurze Zeit nach der Einnahme des Medikaments Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, lohnt es sich, den Tag der wöchentlichen Einnahme entsprechend Ihrem Alltag zu wählen.

  • Freitag oder Samstag: Bietet genügend Zeit am Wochenende, um Nebenwirkungen zu bewältigen.
  • Donnerstag oder Freitag: Bietet sich an, wenn Sie am Wochenende häufig Heißhunger haben.
  • Montag: Kann dabei helfen, über die Woche gesunde Gewohnheiten und Strukturen beizubehalten.

Was tun, wenn ich eine Dosis vergessen habe?

Wenn Sie vergessen haben, eine Dosis des Medikaments zu verabreichen, gibt es zwei Möglichkeiten.

Wenn die geplante Einnahme 4 Tage oder weniger her ist, können Sie die Injektion nachholen, sobald Sie bemerken, dass Sie sie vergessen haben. Danach können Sie die nächste Dosis am geplanten Einnahmetag verabreichen.[5]

Wenn die geplante Einnahme mehr als 4 Tage her ist, überspringen Sie die vergessene Dosis. Injizieren Sie anschließend die nächste Dosis wie gewohnt am geplanten Einnahmetag.

Sollten Sie Fragen haben oder unsicher sein, wie Sie bei einer vergessenen Dosis vorgehen sollen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

Mounjaro und andere Medikamente

Eine Behandlung mit Mounjaro kann sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. In dieser Zeit kann es natürlich passieren, dass Sie krank werden und Medikamente oder sogar Antibiotika benötigen.

Während Mounjaro keine bekannten Wechselwirkungen mit den meisten Medikamenten und Antibiotika hat, kann die verlangsamte Magenentleerung dazu führen, dass manche Medikamente anders aufgenommen werden. Dazu können beispielsweise orale Verhütungsmittel zählen. Für die meisten oralen Arzneimittel ist jedoch keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei folgenden Medikamenten ist jedoch Vorsicht geboten:

  • Diabetes-Medikamente (z. B. Insulin, Sulfonylharnstoffe): erhöhtes Risiko für Unterzuckerung
  • Schilddrüsenhormone (z. B. Levothyroxin): bei Gewichtsverlust ist eventuell eine Dosisanpassung nötig
  • Blutverdünner (z. B. Warfarin): engmaschige Kontrolle erforderlich, da eine genaue Dosierung wichtig ist.
  • Orale Verhütungsmittel (Antibabypille): reduzierte Aufnahme möglich – es wird eine zusätzliche Verhütungsmethode empfohlen [7]

Antibiotika sind in der Regel kein Problem. Sprechen Sie jedoch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind. Generell gilt: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen – egal ob verschreibungspflichtig, rezeptfrei oder Nahrungsergänzungsmittel.

Das Wichtigste zusammengefasst

Übelkeit ist eine der häufigsten Nebenwirkungen von Mounjaro – aber sie ist bewältigbar. Mit den richtigen Strategien wie kleineren Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit und dem passenden Einnahmetag können Sie die Symptome deutlich lindern.

Wichtig: Die meisten Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf und lassen nach einigen Wochen nach, wenn sich Ihr Körper an das Medikament gewöhnt hat. Bei anhaltender starker Übelkeit, Erbrechen oder Rückenschmerzen sollten Sie jedoch umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.

Nächste geplante Überprüfung: 10 April 2029

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Dr. Kareem Mahmoud

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