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Was Sie über Mounjaro und Aufstoßen wissen sollten

Was Sie über Mounjaro und Aufstoßen wissen sollten


Verfasst von:

MedExpress Redaktion

Fachlich geprüft von:

Dr. Kareem Mahmoud

Erstveröffentlichung:

17 April 2026

Lesezeit: 4 Minuten
Mounjaro-Stift und Rülpser

Mounjaro und Aufstoßen: Das sollten Sie wissen

Sie wenden Mounjaro zur Gewichtsabnahme an oder planen, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über eine mögliche Verschreibung zu sprechen? Dann hilft es, mögliche Nebenwirkungen zu kennen und zu wissen, wie man damit umgehen kann.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf eine der weniger bekannten Nebenwirkungen: sogenannte Schwefelrülpser – ein Aufstoßen, das nach faulen Eiern riecht. Wir erklären, was es damit auf sich hat, warum es auftritt und was Sie dagegen tun können.

Was ist Mounjaro?

Mounjaro ist ein Medikament zur Behandlung von Adipositas und gewichtsbedingten Gesundheitsproblemen, das zu den sogenannten Abnehmspritzen zählt. Sein Wirkstoff Tirzepatid ahmt gleich zwei Darmhormone nach. Diese schüttet der Körper nach dem Essen auf natürliche Weise aus.[1]

Tirzepatid imitiert ähnlich wie andere Medikamente zur Gewichtsabnahme – beispielsweise Wegovy (Wirkstoff Semaglutid) – das Hormon GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1). Das Besondere bei Tirzepatid: Der Wirkstoff ahmt außerdem das Hormon GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) nach. Beide Hormone regulieren Appetit und Blutzuckerspiegel. Durch diese doppelte Wirkung verstärkt sich das Sättigungsgefühl im Gehirn, die Magenentleerung verzögert sich und die Insulinproduktion wird angeregt.[2]

Mounjaro wird einmal wöchentlich direkt unter die Haut injiziert. Klinische Studien zeigen, dass die Anwendung von Tirzepatid in Kombination mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung innerhalb von 72 Wochen zu einem Gewichtsverlust von bis zu 20,9% des Körpergewichts führen kann.

Was sind häufige Nebenwirkungen von Mounjaro?

Wie alle Medikamente kann auch Mounjaro Nebenwirkungen verursachen, wobei einige Symptome häufiger auftreten als andere. Die häufigsten Nebenwirkungen von Mounjaro betreffen das Verdauungssystem, darunter Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen und Aufstoßen.[4]

Die meisten Patientinnen und Patienten bemerken Nebenwirkungen, wenn sie mit der Anwendung von Mounjaro beginnen bzw. nach einer Dosiserhöhung. Der Körper muss sich zunächst anpassen, und Nebenwirkungen klingen in der Regel innerhalb weniger Tage bis zu einigen Wochen ab. Die meisten Menschen empfinden diese vorübergehenden Beschwerden als gut zu bewältigen.

Was sind Schwefelrülpser?

Beim Aufstoßen (Rülpsen) entweichen Gase aus dem Magen oder der Speiseröhre über den Mund, häufig begleitet von einem charakteristischen Geräusch. Es ist ein natürlicher Reflex, durch den der Körper überschüssige Luft loswird.

Schwefelrülpser unterscheiden sich vom normalen Aufstoßen. Ihr Geruch erinnert an faule Eier. Mounjaro-Anwenderinnen und -Anwender berichten häufig von Aufstoßen als Nebenwirkung.[1] Einige Betroffene beschreiben dabei speziell den Geruch nach Schwefel. Wie hoch der Anteil dieser Schwefelrülpser genau ist, wurde in Studien bisher nicht erfasst, da dort meist nur der allgemeine Begriff ,Aufstoßen‘ dokumentiert wurde.

Warum verursacht Mounjaro Schwefelrülpser?

Mounjaro verlangsamt die Magenentleerung, das heißt, die Nahrung bleibt länger als gewöhnlich im Magen. Es beginnt ein natürlicher Zersetzungsprozess, bei dem Schwefelwasserstoff entsteht.[5]Insbesondere der Verzehr von schwefelreichen Lebensmitteln wie Knoblauch, Zwiebeln und bestimmte Kohlarten kann die Entstehung dieses Gases verstärken.

Tirzepatid kann außerdem die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und dadurch die Bildung schwefelhaltiger Gase begünstigen. Häufig berichten Anwenderinnen und Anwender von Mounjaro auch von Sodbrennen (Reflux) oder Blähungen.[4] Das wiederum kann das Aufstoßen verstärken.

Was hilft bei Schwefelrülpsern durch Mounjaro?

Sie haben während der Anwendung von Mounjaro Schwefelrülpser? Dann können Sie Ihre Beschwerden durch mehrere Maßnahmen lindern.

Um Schwefelrülpser zu reduzieren oder zu vermeiden, empfehlen wir Folgendes:

  • Passen Sie Ihre Ernährung an und verzehren Sie weniger schwefelreiche Lebensmittel wie Brokkoli, Blumenkohl und Kohl.
  • Essen und trinken Sie langsam, damit Sie weniger Luft schlucken.[7]
  • Vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke, Kaugummi und Süßigkeiten.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie jeden Tag 1,5 Liter, am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie ungesüßten Tee.
  • Machen Sie regelmäßig Spaziergänge, da Bewegung die Verdauung fördern und Blähungen lindern kann.
  • Hausmittel wie Fenchel- oder Kamillentee können den Magen beruhigen.

Schwere oder anhaltende Bauchschmerzen können ein Hinweis auf eine seltene, aber ernsthafte Nebenwirkung wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein und sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Ihre erste Anlaufstelle

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um zu klären, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist. Alternativ berät Sie das MedExpress-Team gern zu Ihren Optionen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.

Nächste geplante Überprüfung: 17 April 2029

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