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Ozempic und Mounjaro im Fokus: Vorteile, Unterschiede und Kosten
Katharina Weis
Dr. Kareem Mahmoud
26 März 2026


Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an Abnehmmedikamenten – vor allem von Abnehmspritzen wie Mounjaro und Ozempic ist häufig die Rede. Für viele Patientinnen und Patienten, die am Anfang ihrer Abnehmreise stehen, sind die unterschiedlichen Medikamente jedoch wie ein Buch mit sieben Siegeln: Welcher Abnehmpen ist der richtige für mich? Welche Dosierung ist für den Anfang geeignet? Und wie unterscheiden sich Ozempic und Mounjaro von einander?
In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um Mounjaro und Ozempic, damit Sie zusammen mit Ihrer Ärztin eine fundierte Entscheidung für Ihre Abnehmreise treffen können.
Hier kommt man als Patient oder Patientin bereits ins Straucheln: Denn schaut man sich einmal genauer an, für welche Zwecke Ozempic zugelassen ist, wird schnell klar, dass es sich bei dem Medikament gar nicht um eine Abnehmspritze, sondern um ein Medikament zur Behandlung von Diabetes handelt.[1]
Das bedeutet, es wurde vor allem für die Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt und auch zugelassen: Der Gewichtsverlust ist lediglich ein Nebeneffekt. Eine Verschreibung des Medikaments zur Unterstützung bei der Gewichtsabnahme wäre außerhalb der Zulassung und liegt im Ermessen der ärztlichen Fachkraft. Aber wie kommt es zur Gewichtsabnahme, wenn es sich doch eigentlich um ein Diabetes-Medikament handelt?
Das liegt an dem Wirkstoff in Ozempic: Semaglutid, einen sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten. GLP-1 steht für Glucagon-Like Peptide 1 (glucagonähnliches Peptid 1). Dabei handelt es sich um ein Hormon, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Blutzuckers spielt. Es regt nach dem Essen die Insulinproduktion an und unterstützt so die Kontrolle des Blutzuckers. Außerdem verlangsamt es die Magenentleerung und sorgt über das Zentralnervensystem für ein verringertes Hungergefühl.[2]
Für manche Menschen ist eine Behandlung mit Semaglutid jedoch nicht geeignet, darunter:
Ihre erste Ansprechperson ist immer Ihre Ärztin. Mit ihr können Sie besprechen, ob Sie für eine Behandlung mit Ozempic in Frage kommen.
Mounjaro ist ebenfalls ein Diabetes-Medikament, wurde jedoch zusätzlich dazu in Kombination mit einer ausgewogenen Diät und ausreichend Bewegung für die Unterstützung bei der Gewichtsabnahme zugelassen. Es wird ausschließlich an Menschen mit einem Body Mass Index (BMI) über 30 verschrieben sowie an Personen mit einem BMI über 27, die gewichtsbedingte Begleiterkrankungen aufweisen.[3]
Mounjaro enthält einen anderen Wirkstoff als Ozempic: Tirzepatid. Dieser wirkt auf zwei Hormone gleichzeitig. GLP-1 (wie Ozempic) und zusätzlich auf GIP (Gastric Inhibitory Polypeptide). Beide Hormone regen nach dem Essen die Insulinproduktion an. Das Ergebnis: Man fühlt sich länger satt und hat insgesamt weniger Appetit, ähnlich wie bei Ozempic, aber durch den doppelten Wirkmechanismus oft stärker.
Tirzepatid darf nicht angewendet werden, wenn Sie eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff haben, schwanger sind oder stillen.[4] Ob Sie für eine Behandlung mit Mounjaro in Frage kommen, erfahren Sie von Ihrer Ärztin.
Sowohl Ozempic als auch Mounjaro können zu Gewichtsabnahmen führen. Während Ozempic jedoch ein Medikament zur Behandlung von Diabetes ist, ist Mounjaro auch speziell für die Gewichtsabnahme zugelassen.
In einer Studie aus dem Jahr 2021 wurde untersucht, wie viel Gewicht die Teilnehmenden mit wöchentlichen Dosen von Tirzepatid oder Semaglutid über einen Zeitraum von 40 Wochen verloren.[5] An dieser Studie nahmen insgesamt 1879 Personen teil. Diese wurden gleichmäßig auf insgesamt vier Gruppen aufgeteilt, wobei je nach Gruppe entweder 5 mg, 10 mg oder 15 mg Tirzepatid oder 1 mg Semaglutid verabreicht wurde. Das Durchschnittsgewicht der Teilnehmenden lag bei 93,7 kg. Studienteilnehmende, die Tirzepatid erhielten, konnten unabhängig von der verabreichten Dosis einen größeren Gewichtsverlust erzielen als Teilnehmende, die Semaglutid einnahmen:
Denken Sie bei diesen Werten immer daran: Es handelt es sich um Durchschnittswerte aus klinischen Studien, die nicht auf jede einzelne Person übertragbar sind. Jeder Körper ist anders und reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Demzufolge kann auch der Gewichtsverlust bei jeder Person unterschiedlich aussehen.
Sowohl bei Ozempic als auch bei Mounjaro wird die Dosis schrittweise erhöht, um Nebenwirkungen zu minimieren.
Ozempic:
Die Behandlung beginnt mit 0,25 mg einmal wöchentlich. Nach 4 Wochen wird die Dosis auf 0,5 mg erhöht. Falls nötig, kann die Dosis nach weiteren 4 Wochen auf 1 mg und später auf die Höchstdosis von 2 mg pro Woche gesteigert werden.[1]
Mounjaro:
Auch hier startet die Behandlung mit einer niedrigen Dosis von 2,5 mg einmal wöchentlich. Die Dosis wird dann alle 4 Wochen schrittweise erhöht – über 5 mg, 7,5 mg, 10 mg und 12,5 mg bis zur Höchstdosis von 15 mg pro Woche. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin passt die Dosis an Ihre individuelle Verträglichkeit an.[3]
Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Einnahme von Ozempic treten bei mehr als einer von 10 Personen auf. Dazu gehören vor allem Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen. Die Symptome sind jedoch meistens mild oder moderat und klingen mit der Zeit von selbst ab. In seltenen Fällen kann es aber auch zu ernsteren Nebenwirkungen kommen. Bei Menschen mit schlecht eingestelltem Diabetes wurde zum Beispiel eine Verschlechterung der Netzhauterkrankung (diabetische Retinopathie) beobachtet.[1]
Auch bei der Einnahme von Mounjaro kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen: Übelkeit und Durchfall treten bei mehr als einer von 10 Personen auf, während Verstopfung und Erbrechen bei bis zu einer von 10 Personen auftreten kann. Auch diese Nebenwirkungen sind in der Regel mild oder moderat und treten vor allem bei Dosisanpassungen auf.[3]
Wenn Sie Anzeichen einer Schilddrüsenerkrankung wie Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Knoten im Hals, starke Bauchschmerzen, Schwindel oder Magen-Darm-Beschwerden sowie Symptome einer allergischen Reaktion bei sich feststellen, sollten Sie die Behandlung mit Mounjaro unverzüglich abbrechen und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Sowohl Mounjaro als auch Ozempic können von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, sofern die Medikamente zur Behandlung von Diabetes verschrieben werden. Werden sie jedoch nur zur Unterstützung bei der Gewichtsabnahme angewendet, zählen diese als Arzneimittel zur Erhöhung der Lebensqualität, welche von den Krankenkassen nicht übernommen werden.[6]
Für Selbstzahler ist bei den Kosten vor allem die Dosis ausschlaggebend: So kostet die Anfangsdosis bei Mounjaro im Monat etwa 200 EUR, während höhere Erhaltungsdosen bei bis zu ca. 500 EUR liegen. Die Kosten für Ozempic belaufen sich im Monat je nach Dosis auf etwa 200-300 EUR. Die genauen Preise hängen von der jeweiligen Dosis, der Bezugsstelle und der Verfügbarkeit ab.
Mounjaro und Ozempic sind verschreibungspflichtige Medikamente. Welches Medikament für Sie am besten geeignet ist, besprechen Sie also am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab, darunter auch Ihre gesundheitliche Situation. Das MedExpress-Team berät Sie gern unverbindlich und auch unser Kundensupport hat immer ein offenes Ohr für Ihre Fragen.
Zum besseren Vergleich finden Sie hier noch einmal alle wichtigen Informationen im Überblick:
| Mounjaro | Ozempic | |
|---|---|---|
| Zulassung | Zugelassen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas | Zugelassen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes |
| Gewichtsreduktion | Eine Studie hat gezeigt, dass je nach Dosis über einen Zeitraum von 72 Wochen durchschnittlich eine Gewichtsabnahme von mindestens 15% erzielt werden kann.[1] | Bei einer Dosis von 1,0 mg wurde über einen Zeitraum von 30 Wochen eine Gewichtsabnahme von etwa 4,5 kg beobachtet.[2] |
| Höchstdosis | 15 mg pro Woche | Bis zu 2 mg pro Woche |
| Häufige Nebenwirkungen | Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen | Verstopfung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Erbrechen |
| Verabreichung | Einmal wöchentlich in den Bauch, Oberschenkel oder Oberarm | Einmal wöchentlich in den Bauch, Oberschenkel oder Oberarm |
Quellen Tabelle:
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.
Nächste geplante Überprüfung: 26 März 2029

Katharina Weis
Dr. Kareem Mahmoud
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