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Wegovy Nebenwirkungen: Das können Sie tun

Wegovy Nebenwirkungen: Das können Sie tun


Verfasst von:

Katharina Weis

Fachlich geprüft von:

Dr. Kareem Mahmoud

Erstveröffentlichung:

31 März 2026

Lesezeit: 8 Minuten
Bauchschmerzen

Egal, ob Sie Wegovy bereits einnehmen oder noch mit dem Gedanken spielen, mit Ihrer Ärztin über eine Abnehmbehandlung zu sprechen: Sich mit den möglichen Nebenwirkungen vertraut zu machen ist in jedem Fall eine gute Idee. Deshalb hat unser klinisches Team für Sie einen umfassenden Guide zusammengestellt, der Ihnen dabei hilft, Nebenwirkungen besser zu verstehen und zu bewältigen.

Was ist Wegovy?

Wegovy ist ein Medikament, das zur Unterstützung der Gewichtsabnahme bei Erwachsenen mit Adipositas oder Übergewicht zugelassen ist und wöchentlich verabreicht wird. Es gehört zur größeren Medikamentenklasse der GLP-1-Rezeptoragonisten. GLP-1 steht für „glucagon-like peptide-1“ (Glucagonähnliches Peptid 1). Es enthält den Wirkstoff Semaglutid, von dem Sie vielleicht schon gehört haben, denn es ist der gleiche Wirkstoff, der auch in dem viel diskutierten GLP-1-Medikament Ozempic enthalten ist.

Wie wirkt Wegovy?

Wegovy ist ein GLP-1-Rezepteragonist, der das natürlich vorkommende Darmhormon GLP-1 nachahmt, welches normalerweise nach dem Essen vom Körper produziert wird. Es kann auf mehrere Weisen die Gewichtsabnahme unterstützen:

  • Es verlangsamt die Magenentleerung, wodurch Sie sich länger satt fühlen.
  • Es reguliert Ihren Blutzuckerspiegel und hilft dabei, Heißhunger zu unterdrücken.[1]

Durch diese Wirkung kann es leichter fallen, langfristige Lebensstiländerungen wie eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Sport umzusetzen. Studien zeigen, dass Teilnehmende, die Semaglutid erhalten, in Kombination mit Diät und Sport innerhalb von 68 Wochen 15% ihres Ausgangsgewicht verlieren konnten.[2]

Hat Wegovy Nebenwirkungen?

Kein Medikament kommt ohne Nebenwirkungen aus. Die häufigsten Nebenwirkungen von Wegovy (Semaglutid) sind Beschwerden des Verdauungstrakts. Unsere Expert:innen haben für Sie einige Tipps zusammengetragen, die Ihnen dabei helfen, häufige Nebenwirkungen zu bewältigen.

So bewältigen Sie häufige Nebenwirkungen

Übelkeit

Übelkeit ist ein mulmiges, beunruhigendes Gefühl, als müssten Sie sich übergeben. Im Laufe Ihrer Behandlung kann es zu Übelkeit kommen, weil das Medikament die Magenentleerung verlangsamt und Nahrung somit länger in Ihrem Magen verbleibt.[1] Dadurch dehnt sich der Magen aus und sendet Signale an Ihr Gehirn, die Übelkeit auslösen können.

Wenn Ihnen bei der Behandlung mit Wegovy häufig übel ist, können diese Strategien dabei helfen, Ihr Verdauungssystem zu beruhigen und Auslöser zu reduzieren:

  • Viel Flüssigkeit (kaltes Wasser, Kräutertees),
  • Viel frische Luft,
  • Kleine und regelmäßige Mahlzeiten,
  • Weniger zucker- und fettreiche Lebensmittel,
  • Keine scharfen oder geruchsintensive Speisen.

Verstopfung

Von Verstopfung ist dann die Rede, wenn Sie weniger als dreimal Stuhlgang in der Woche haben und Sie beim Stuhlgang Schwierigkeiten oder Schmerzen haben, oft in Verbindung mit hartem Stuhl. Ihre Behandlung kann zu Verstopfung führen, da sie dazu beiträgt, dass sich Nahrung und Abfallprodukte deutlich langsamer durch Ihr Verdauungssystem bewegen.[1]

Um Verstopfung zu lindern, empfehlen wir:

  • viel Flüssigkeit (Wasser, Kräutertee),
  • ballaststoffreiche Lebensmittel wie Trockenpflaumen, Feigen oder Haferflocken,
  • regelmäßige Spaziergänge, da Bewegung die Verdauung anregt.

Verdauungsbeschwerden

Verdauungsbeschwerden können entstehen, weil Ihre Behandlung die Magenentleerung verlangsamt, wodurch sich das Risiko für sauren Rückfluss erhöht.[1] Das bedeutet, dass Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Dadurch kann es zu Sodbrennen kommen, einem brennenden Gefühl im Brust- oder Rachenbereich, oft in Verbindung mit einem sauren Geschmack im Mund.

Diese Strategien können dabei helfen, Verdauungsbeschwerden zu bewältigen:

  • Weniger Koffein konsumieren,
  • Mahlzeiten kurz vor dem Zubettgehen vermeiden,
  • Auf besonders reichhaltige, scharfe oder fettige Speisen verzichten,
  • Medikamente gegen Sodbrennen.

Durchfall

Durchfall zeichnet sich durch häufigen, losen oder dünnflüssigen Stuhlgang aus, der oft mit Bauchschmerzen einhergeht, welche sich verschlimmern, kurz bevor Sie auf die Toilette gehen müssen. In der Regel spricht man bei mehr als dreimal Stuhlgang am Tag von Durchfall. Bei der Behandlung mit Wegovy kann es zu Durchfall kommen, weil das Medikament die Magenentleerung verlangsamt, wodurch die normale Verdauung gestört werden kann.[1]

Wenn Sie Durchfall haben, können diese Strategien Linderung verschaffen:

  • Trinken Sie viel.
  • Nehmen Sie regelmäßig kleine Mahlzeiten zu sich.
  • Ruhe. Fahren Sie einen Gang zurück und geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich zu erholen.
  • Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke zu oralen Rehydrationslösungen, das den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Körper ausgleichen kann.
  • Nehmen Sie Paracetamol bei Schmerzen.

Erbrechen

Wegovy verlangsamt die Magenentleerung – dadurch fühlen Sie sich länger satt.[1] Da Lebensmittel jedoch länger im Magen verbleiben, kann dieser sich ausdehnen und dem Gehirn das Signal senden, dass Sie sich erbrechen müssen.

Wenn Sie sich erbrechen müssen, empfehlen wir:

  • darauf zu achten, in kleinen Schlucken genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Neben Wasser eignen sich auch Kräutertees wie Ingwer- oder Pfefferminztee.
  • regelmäßig kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, um die Energieversorgung sicherzustellen. Eine Schonkost mit beispielsweise Toast, Reis und Bananen kann Ihren Magen beruhigen.
  • mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Rücksprache zu halten, wenn Sie unsicher sind. Vor allem häufiges Erbrechen oder häufiger Durchfall können dazu führen, dass andere Medikamente nicht mehr wie gewohnt wirken.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Schwerwiegende Nebenwirkungen treten bei GLP-1-Medikamenten zwar nur selten auf, dennoch ist es wichtig, sich vor der Einnahme des Medikaments darüber zu informieren. Nur so wissen Sie, worauf Sie achten müssen. Wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bei sich feststellen, unterbrechen Sie unverzüglich sie Einnahme des Medikaments und suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Pankreatitis

Pankreatitis ist eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und eine ernstzunehmende Erkrankung, die umgehend ärztliche Hilfe erfordert. Wenn Sie bei sich schwere, fortbestehende Schmerzen im oberen Bauchbereich feststellen, haben Sie möglicherweise eine Pankreatitis.

„Schwer“ bedeutet in diesem Fall:

  • Die Schmerzen sind so stark, dass Sie sich auf nichts anderes konzentrieren können (auf einer Schmerzskala von 1 bis 10 wäre dieser Schmerz bei einer 8 einzuordnen).
  • Sie können alltäglichen Aufgaben wie Gehen, Anziehen oder Essen nur wenig bis gar nicht nachkommen.
  • Die Schmerzen werden auch nach der Einnahme von freiverkäuflichen Schmerzmitteln oder bei Ruhe nicht erträglicher.
  • Die Schmerzen strahlen in Ihren Rücken, Ihre unteren Rippen oder Ihre linke Schulter aus.
  • Sie müssen sich häufig erbrechen (mindestens dreimal am Tag) oder Ihr Erbrochenes enthält Blut oder Partikel, die wie Kaffeesatz aussehen.

Wenn Sie eines oder mehrere der oben genannten Symptome bei sich feststellen, rufen Sie umgehend den Notruf oder begeben Sie sich in die Notaufnahme.

Gallenblasenentzündung

Eine Gallenblasenentzündung ist eine Entzündung, Infektion, oder Blockade der Gallenblase durch Gallensteine, die sofortige ärztliche Hilfe erfordert. Rufen Sie in diesem Fall unverzüglich den Notruf oder begeben Sie sich in die Notaufnahme.

Die folgenden Symptome können darauf hindeuten, dass Sie Gallensteine haben:

  • Sie haben starke Schmerzen im unteren rechten Brustkorb, die bis in die rechte Schulter oder den Rücken wandern und alltägliche Aufgaben erschweren.
  • Die Schmerzen können mit Erbrechen oder Fieber einhergehen.
  • Ihr Herz kann zusätzlich rasen.

Anaphylaxie oder schwere allergische Reaktion

Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich feststellen, unterbrechen Sie die Einnahme des Medikaments umgehend. Diese Symptome können auf eine Anaphylaxie oder eine schwere allergische Reaktion hindeuten, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern.

  • Atembeschwerden oder Schwellung an den Lippen, der Zunge oder im Rachenbereich: Diese können Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sein, welche lebensbedrohlich sein kann.
  • Atemnot, Bauchkrämpfe, Krampfanfälle, Durchfall, Blutdruckabfall: Diese Symptome können auf eine Anaphylaxie hindeuten.

Das sollten Sie bei der Einnahme beachten

Wegovy wird einmal wöchentlich verabreicht. Eine regelmäßige und gleichbleibende Routine kann Ihrem Körper dabei helfen, sich an das Medikament oder die neue Dosis zu gewöhnen, und Nebenwirkungen vorbeugen.

Zwar gibt es keine strikten Regeln, wann Sie Ihr Medikament einnehmen sollten, je nachdem, wie Ihr Alltag aussieht, können aber bestimmte Zeiträume besser für Sie geeignet sein.

  • Freitag oder Samstag: Wenn Sie das Medikament an einem dieser beiden Tage einnehmen, haben Sie genügend Zeit, um mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Abgeschlagenheit über das Wochenende zu bewältigen, ohne dass Stress wie ein voller Arbeitstag Sie zusätzlich belastet.
  • Donnerstag oder Freitag: Wenn es bei Ihnen am Wochenende häufiger zu unkontrolliertem Essverhalten kommt, kann die Injektion am Ende der Arbeitswoche dabei helfen, Heißhunger zu verringern und achtsameres Essverhalten fördern.
  • Montag: Mit der Einnahme am Montag kann es Ihnen leichter fallen, über die Woche gesunde Gewohnheiten und Strukturen beizubehalten.

Wenn Sie regelmäßig Alkohol konsumieren, kann es sich lohnen, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren. Alkohol kann den Blutzuckerspiegel beeinflussen und enthält viele Kalorien ohne Nährwert, was den Gewichtsverlust verlangsamen kann. Da sowohl Wegovy als auch Alkohol Übelkeit verursachen können, sollte dies berücksichtigt werden.

Die Einnahme von Antibiotika während Ihrer Behandlung mit Wegovy stellt in der Regel kein Problem dar. Halten Sie jedoch zur Sicherheit immer Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine Dosis vergessen haben

Es ist wichtig, Ihr Medikament korrekt und zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen, denn so sorgen Sie für größtmögliche Sicherheit, eine effektive Wirkung und weniger Nebenwirkungen.

Wenn Sie eine Dosis von Wegovy vergessen haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich und innerhalb von 5 Tagen nach der verpassten Dosis verabreichen. Wenn mehr als 5 Tage vergangen sind, müssen Sie die verpasste Dosis überspringen und die nächste Dosis zum regulären Zeitpunkt einnehmen. Nehmen Sie in diesem Fall keine doppelte Dosis ein.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie nach einer verpassten Dosis vorgehen sollten, hilft Ihnen unser klinisches Team gern weiter.

Wann Sie Wegovy nicht einnehmen sollten

Semaglutid ist nicht für jede Person geeignet und darf in einigen Fällen nicht eingenommen werden. In einer Studie aus dem Jahr 2023 wurde festgestellt, dass GLP-1-Medikamente das Risiko für Schilddrüsenkrebs erhöhen können.[4] Deshalb sollten diese Medikamente nicht von Personen eingenommen werden, die entweder selbst oder deren Familienangehörige aktuell oder in der Vergangenheit an einem medullärem Schilddrüsenkarzinom (kurz MTC) oder multipler endokriner Neoplasie Typ 2 (kurz MEN2) erkrankt sind.

Wegovy darf außerdem nicht während der Schwangerschaft eingenommen werden, da tierexperimentelle Studien ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler aufgezeigt haben. Semaglutid verbleibt für längere Zeit im Körper. Deshalb ist es wichtig, das Medikament rechtzeitig abzusetzen, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden – also mindestens 2 Monate vorher.[5]

Frauen, die Semaglutid einnehmen, sollten bei nicht vorhandenem Kinderwunsch verhüten. Die Wirkung der Antibabypille wird durch den Wirkstoff nicht direkt beeinflusst.

Während der Stillzeit darf Semaglutid nicht angewendet werden.[5]

Ihre erste Anlaufstelle

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um zu klären, ob diese Behandlung für Sie geeignet ist. Alternativ berät Sie das MedExpress-Team gern zu Ihren Optionen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.

Nächste geplante Überprüfung: 31 März 2029

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Verfasst von: Katharina Weis

Katharina Weis

Fachlich geprüft von: Dr. Kareem Mahmoud

Dr. Kareem Mahmoud

Note from the experts

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