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Sildenafil vs. Tadalafil: Wirkung, Unterschiede und Vergleich

Sildenafil vs. Tadalafil: Wirkung, Unterschiede und Vergleich


Verfasst von:

Katharina Weis

Fachlich geprüft von:

Dr. Kareem Mahmoud

Erstveröffentlichung:

27 März 2026

Lesezeit: 5 Minuten
Abbildung einer blauen und gelben Pille

Erektile Dysfunktion ist eine Erektionsstörung, bei der die Erektionsfähigkeit über einen längeren Zeitraum entweder gestört oder vollständig ausbleibt, selbst bei sexueller Erregung. Neben einer gefäßfreundlichen Ernährung, Bewegung und gesunden Lebensstiländerungen wie ausreichend Schlaf und Stressmanagement kann eine medikamentöse Therapie dabei helfen, die Erektionsfähigkeit zu verbessern.

Zu den gängigsten Potenzmitteln zählen Viagra und Cialis. Sie helfen dabei, eine Erektion herbeizuführen und aufrechtzuerhalten. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über beide Medikamente: ihre Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wie sie wirken.

Die Rolle der PDE-5-Hemmer

Cialis und Viagra haben unterschiedliche Wirkstoffe: Der Wirkstoff in Cialis heißt Tadalafil, der in Viagra Sildenafil. Beide Wirkstoffe gehören zu den sogenannten PDE-Hemmern. PDE bedeutet Phosphodiesterase-5. Das klingt erst einmal etwas kompliziert, deshalb wollen wir uns einmal genauer ansehen, was es mit den PDE-5-Hemmern auf sich hat.

Bei sexueller Erregung setzt der Körper einen Botenstoff frei, das sogenannte cyclische Guanosinmonophosphat (kurz cGMP). Dieser Botenstoff ist für die Erektion sehr wichtig, da er dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße im Penis erweitern und mehr Blut in den Schwellkörper fließt.

Bei erektiler Dysfunktion kann der Penis keine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr herbeiführen oder aufrechterhalten. Der Grund dafür ist ein zu schneller Abbau von cGMP durch das körpereigene Enzym Phosphodiesterase-5. Dadurch kommt es zu einem Mangel an cGMP und es strömt nicht genug Blut in den Penis.

PDE-5-Hemmer wie Sildenafil oder Tadalafil helfen dabei, den Blutfluss wiederherzustellen, indem sie gezielt das Enzym Phosphodiesterase-5 blockieren. Dadurch wird weniger cGMP abgebaut. Das Ergebnis: Die Blutgefäße bleiben länger erweitert, der Schwellkörper wird besser durchblutet und eine Erektion kann bei sexueller Erregung leichter erreicht und aufrechterhalten werden.

Wirkung

Sowohl Viagra als auch Cialis sind verschreibungspflichtige Medikamente, die in Tablettenform erhältlich sind. Beim Wirkungseintritt und der Wirkungsdauer gibt es jedoch ein paar Unterschiede.

Die empfohlene Dosis von Viagra beträgt 50 mg und wird etwa eine Stunde vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen. Je nach Wirksamkeit kann die Dosis auf maximal 100 mg erhöht werden. Der Wirkstoff Sildenafil wirkt in der Regel innerhalb von 25–60 Minuten und entfaltet seine maximale Wirkung nach etwa einer Stunde. Die Wirkung der blauen Pille hält bis zu 4–5 Stunden an.[2]

Die empfohlene Dosis für Cialis ist 10 mg. Diese kann je nach Verträglichkeit und Wirksamkeit auf maximal 20 mg erhöht werden. Das Medikament wird bei Bedarf mindestens 30 Minuten vor dem geplanten Geschlechtsverkehr eingenommen, kann jedoch in Absprache mit einer ärztlichen Fachkraft in einer niedrigeren Dosis von 2,5 mg bzw. 5 mg auch einmal täglich angewendet werden.[3] Die Wirkung kann bereits nach 16–30 Minuten nach der Einnahme eintreten und bis zu 36 Stunden andauern. Seine maximale Wirkung entfaltet das Medikament nach etwa 2 Stunden.[4]

Cialis wirkt also deutlich länger als Viagra – daher auch der umganssprachliche Name „Wochenendpille“.

Die Dosierung beider Medikamente hängt von vielen Faktoren ab, darunter die individuelle Verträglichkeit oder die Einnahme weiterer Medikamente. Sprechen Sie vor der Einnahme deshalb stets mit einer ärztlichen Fachkraft ab, welche Dosis für Sie geeignet ist.

Mögliche Nebenwirkungen

Kein Medikament kommt ohne Nebenwirkungen aus. Potenzmittel wie Cialis und Viagra sind da keine Ausnahme. Für eine bestmögliche Vorbereitung ist es deshalb immer eine gute Idee, sich bereits im Voraus mit den Nebenwirkungen der Medikamente vertraut zu machen. So können Sie harmlosere Nebenwirkungen besser einordnen und bei ungewöhnlichen Symptomen rechtzeitig reagieren.

PDE-5-Hemmer wie Tadalafil oder Sildenafil wirken systemisch: Das bedeutet, sie werden über den Blutkreislauf im ganzen Körper verteilt und wirken nicht ausschließlich im Penis. Dadurch können auch in anderen Körperregionen Blutgefäße erweitert werden, was zu sinkendem Blutdruck führen kann. Dies erklärt auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel (durch erweiterte Blutgefäße im Kopf). Es gibt noch weitere Nebenwirkungen, die ebenfalls mit der systemischen Wirkung zusammenhängen.

Cialis:

Häufig: Kopfschmerzen, Hautrötungen, verstopfte Nase, Rücken- oder Muskelschmerzen, Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden)

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Allergien), Schwindel, Sehstörungen, Nasenbluten, Augenschmerzen, Tinnitus

Selten: Migräne, Schlaganfälle, plötzliche Schwerhörigkeit, Dauererektionen, Taubheit, Herzinfarkt [5]

Viagra:

Sehr häufig: Kopfschmerzen

Häufig: Schwindel, Sehstörungen, anfallartige Rötungen (Flush), Hitzewallung, verstopfte Nase, Übelkeit, Dyspepsie (Verdauungsstörungen)

Gelegentlich: Entzündung der Nasenschleimhaut, Überempfindlichkeit, Somnolenz (eine Art der Bewusstseinsstörung), Hypästhesie (Sensibilitätsstörungen vor allem im Bereich der Haut), Vertigo (Störung des Gleichgewichtssinns), Tinnitus

Selten: Schlaganfälle, Krampfanfälle, Taubheit, Herzinfarkt, Engegefühl des Halses, Penisblutung, Priapismus (schmerzhafte Dauererektion), verminderte Sehschärfe, Augenreizung

Für wen sind Cialis und Viagra nicht geeignet?

Für manche Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, wird die Anwendung von Viagra oder Cialis nicht empfohlen. Halten Sie deshalb in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Ärztin, um herauszufinden, ob die Einnahme für Sie sicher ist.

Viagra

Viagra darf nicht eingenommen werden, wenn Sie:

  • eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Sildenafil haben
  • Nitrate einnehmen
  • eine schwere Herz-Kreislauf-Erkrankung, instabile Angina pectoris oder schwere Herzinsuffizienz haben und Ihnen von sexuellen Aktivitäten abgeraten wurde
  • eine schwere Leberinsuffizienz haben
  • vor Kurzem einen Schlaganfall oder Herzinfarkt hatten
  • zu niedrigen Blutdruck haben.[6]

Cialis

Cialis ist nicht für Sie geeignet, wenn Sie:

  • eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Tadalafil haben
  • organische Nitrate jeglicher Form einnehmen
  • eine instabile Angina pectoris haben
  • in den letzten 6 Monaten einen Schlaganfall hatten
  • eine Herzerkrankung haben oder in den letzten 90 Tagen einen Herzinfarkt hatten.[7]

Wenn Sie Alkohol getrunken haben, kann es zusätzlich vorkommen, dass Nebenwirkungen (z. B. Schwindel oder Blutdruckabfall) verstärkt auftreten.

Fazit: Sildenafil und Tadalafil im Vergleich

Erektile Dysfunktion ist eine multifaktorielle Erkrankung, bei der verschiedene Einflüsse zusammenspielen. Genauso unterschiedlich sind auch die möglichen Behandlungsmethoden: Eine davon ist die medikamentöse Behandlung. Sowohl Cialis (Wirkstoff Tadalafil) als auch Viagra (Wirkstoff Sildenafil) können wirksame Unterstützungen bei der Behandlung von erektiler Dysfunktion sein. Welches der beiden Medikamente für Sie geeignet ist, ist von vielen Faktoren abhängig, darunter Vorerkrankungen, eingenommene Medikamente oder persönliche Lebensumstände. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird gemeinsam mit Ihnen die beste Option für Ihre individuelle Situation finden.

Zum besseren Vergleich finden Sie hier noch einmal die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

Cialis (Tadalafil)Viagra (Sildenafil)
Dosierung10 mg, kann auf maximal 20 mg erhöht werden; einmal tägliche Dosis von 2,5 mg oder 5 mg in Absprache mit ärztlicher Fachkraft möglich50 mg, kann auf maximal 100 mg erhöht werden
WirkungSetzt nach ca. 16–30 Minuten ein Hält bis zu 36 Stunden anSetzt nach ca. 25–60 Minuten ein Hält bis zu 4–5 Stunden an
NebenwirkungenHäufige Nebenwirkungen sind unter anderem Kopfschmerzen, Hautrötungen, verstopfte Nase, Rücken- oder Muskelschmerzen, Dyspepsie (Verdauungsbeschwerden)Häufige Nebenwirkungen sind unter anderem Schwindel, Sehstörungen, anfallartige Rötungen (Flush), Hitzewallung, verstopfte Nase, Übelkeit, Dyspepsie (Verdauungsstörungen). Kopfschmerzen treten sehr häufig auf.
Unter anderem nicht geeignet bei:Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Einnahme von Nitraten, instabile Angina pectoris, Schlaganfall in den letzten 6 Monaten, Herzerkrankung oder Herzinfarkt in den letzten 90 TagenÜberempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Einnahme von Nitraten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Angina pectoris, schwerer Herzinsuffizienz, schwerer Leberinsuffizienz, kürzlichem Schlaganfall oder Herzinfarkt, zu niedrigem Blutdruck

Mit der richtigen Behandlung und ärztlicher Unterstützung lassen sich Erektionsstörungen in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Scheuen Sie sich nicht, das Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zu suchen.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.

Nächste geplante Überprüfung: 27 März 2029

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Fachlich geprüft von: Dr. Kareem Mahmoud

Dr. Kareem Mahmoud

Note from the experts

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