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Ist ein Wechsel zwischen Wegovy und Mounjaro möglich?
Evelyn Barrett
Dr. Kareem Mahmoud
26 September 2025 | Letzte Aktualisierung: 17 April 2026
17 April 2026


Ist ein Wechsel zwischen Wegovy und Mounjaro möglich?
Was sind Wegovy und Mounjaro?
Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Mounjaro und Wegovy
Wegovy Preis vs. Mounjaro Preis: Kostenvergleich für 2026
Von Wegovy zu Mounjaro wechseln
Von Mounjaro zu Wegovy wechseln
Was ist besser: Mounjaro oder Wegovy? Die individuelle Entscheidung macht's
Sicherheit und Nebenwirkungen bei einem Wechsel
Fazit
Die moderne Behandlung von Adipositas und starkem Übergewicht entwickelt sich rasant: Mit der Zulassung neuer Höchstdosierungen für Wegovy und der breiten Verfügbarkeit von Mounjaro haben Betroffene heute mehr Optionen denn je. Doch was passiert, wenn die Wirkung stagniert oder Nebenwirkungen den Alltag belasten? Viele Patientinnen und Patienten fragen sich: Ist ein Wechsel von Wegovy zu Mounjaro oder umgekehrt möglich? In diesem Update für 2026 klären wir, wann ein Medikamententausch medizinisch sinnvoll sein kann, wie die Vorgehensweise bei der Umstellung aussieht und was Sie für eine sichere Fortführung Ihrer Therapie beachten müssen.
Sowohl Wegovy als auch Mounjaro sind Medikamente, die in Deutschland zur Behandlung von Adipositas und starkem Übergewicht zugelassen sind. Obwohl beide das Ziel der Gewichtsreduktion verfolgen, unterscheiden sie sich in ihrer Funktionsweise:
Wegovy enthält den Wirkstoff Semaglutid. Dieser ahmt das körpereigene Hormon GLP-1 nach. Es signalisiert dem Gehirn Sättigung und verlangsamt die Magenentleerung. So hilft Wegovy dabei, den Appetit zu kontrollieren und das ständige Hungergefühl zu reduzieren – ein Phänomen, das umgangssprachlich oft als „Food Noise“ bezeichnet wird.[1]
Mounjaro basiert auf dem Wirkstoff Tirzepatid. Der Unterschied: Mounjaro ist ein sogenannter „Dual-Agonist“. Das bedeutet, der Wirkstoff spricht nicht nur den GLP-1-Rezeptor an, sondern auch den GIP-Rezeptor. Mounjaro arbeitet damit also an zwei verschiedenen „Schaltstellen“ gleichzeitig. Während GLP-1 vorrangig den Appetit zügelt, unterstützt GIP den Körper dabei, den Zucker- und Fettstoffwechsel zu regulieren.[2]
Wirksamkeit bei der Gewichtsreduktion
In klinischen Studien wurden unterschiedliche Ergebnisse bei der Gewichtsreduktion beobachtet. Bei Wegovy galt lange Zeit die 2,4-mg-Dosis mit einer Abnahme von bis zu 17,4% als Standard.[3] Die aktuelle STEP UP-Studie (2025) zeigt jedoch, dass mit der neuen EU-zugelassenen 7,2-mg-Erhaltungsdosis eine Gewichtsreduktion von bis zu 21% innerhalb von 72 Wochen möglich ist.[4]
Bei Mounjaro zeigte der Wirkstoff Tirzepatid in der SURMOUNT-Studie bei einer Dosierung von 15 mg eine Gewichtsreduktion von bis zu 22,5% im selben Zeitraum.[5]
Diese Unterschiede können jedoch von Person zu Person variieren und hängen von verschiedenen Faktoren wie Ausgangsgewicht, Lebensstil und individuelle Stoffwechselreaktion ab.
Anwendung und Dosierung
In der Anwendung sind sich beide Medikamente sehr ähnlich: Sowohl Wegovy als auch Mounjaro werden einmal wöchentlich als kleine Spritze unter die Haut verabreicht.
Der Behandlungsplan folgt bei beiden einem Stufenschema: Man beginnt mit einer niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen schrittweise erhöht wird. Diese langsame Gewöhnungsphase ist entscheidend, um dem Körper Zeit zur Anpassung zu geben und das Risiko für Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Magenbeschwerden zu minimieren.
Ein wichtiger Unterschied liegt in den verfügbaren Höchstdosierungen:
Welche Dosis für Sie die richtige ist, hängt nicht nur vom gewünschten Gewichtsverlust ab, sondern vor allem von Ihrer individuellen Verträglichkeit. Ein Wechsel zwischen den Dosierungen oder den Präparaten sollte daher immer engmaschig ärztlich begleitet werden.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Da beide Medikamente in den Hormonstoffwechsel eingreifen, ähneln sich auch ihre Nebenwirkungen. Am häufigsten berichten Anwenderinnen und Anwender von Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung.[6] [1]Diese Symptome treten vorwiegend zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung auf. In der Regel gewöhnt sich der Körper jedoch an den Wirkstoff und die Beschwerden klingen oft mit der Zeit ab.
Wichtiger Sicherheitshinweis: Bei starken Bauchschmerzen suchen Sie bitte umgehend die Notaufnahme auf. Dies kann ein Anzeichen für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) sein. In diesem Fall muss die Behandlung sofort abgebrochen werden. Dies gilt insbesondere für Patientinnen und Patienten, die schon einmal an einer Pankreatitis erkrankt waren.
Wegovy und Mounjaro sind für bestimmte Patientengruppen ungeeignet. Beide Arzneimittel dürfen nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine zuverlässige Verhütungsmethode wählen. Bei einer geplanten Schwangerschaft müssen die Medikamente rechtzeitig abgesetzt werden: Mounjaro mindestens einen Monat und Wegovy mindestens zwei Monate vorher. [6]
Da beide Wirkstoffe die Magenentleerung verlangsamen, kann die Aufnahme anderer oral eingenommener Medikamente (z. B. Tabletten) beeinflusst werden. Besprechen Sie Ihre gesamte Medikation daher im Vorfeld immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Ein Hinweis zur neuen Wegovy Erhaltungsdosis: Erste Daten zur 7,2-mg-Dosis Semaglutid deuten darauf hin, dass die Verträglichkeit bei einem langsamen Stufenplan vergleichbar mit der 2,4-mg-Dosis ist. Dennoch ist hier eine besonders aufmerksame Beobachtung der körperlichen Reaktion ratsam.[4]
Ganzheitlicher Behandlungsansatz und Gesundheitsvorteile
Die Anwendung moderner Wirkstoffe wie Semaglutid oder Tirzepatid sollte immer eingebettet in ein umfassendes Behandlungskonzept sein, das eine Ernährungsumstellung und körperliche Aktivität einschließt. Wegovy und Mounjaro sind als Ergänzung zu verstehen, nicht als Ersatz für eine gesunde Lebensweise. Erst das Zusammenspiel aus medikamentöser Unterstützung und Lebensstiländerung kann eine nachhaltige Veränderung ermöglichen, die über das reine Gewicht hinausgeht.
Wegovy zeigte in einer großangelegten Studie außerdem ein um 20% geringeres Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Tod). Damit ist Wegovy das erste Medikament zur Behandlung von Adipositas weltweit, für die ein solcher Nutzen für das Herz-Kreislauf-System klinisch belegt wurde. Mit der Einführung der 7,2-mg-Dosis wird aktuell untersucht, inwieweit die stärkere Gewichtsreduktion diese gesundheitlichen Vorteile noch weiter verstärken kann.
Letztlich geht es bei der Behandlung nicht nur um die Zahlen auf der Waage, sondern um eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität und die Prävention schwerer Folgeerkrankungen.
Die Kosten sind ein wichtiger Faktor bei der Medikamentenwahl, und hier zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den beiden Abnehmspritzen. Der aktuelle Wegovy Preis bei MedExpress liegt zwischen 171,96 Euro und 276,83 Euro je nach Dosis, während der Mounjaro Preis bei MedExpress zwischen 206,02 Euro und 499,23 Euro je nach Dosis beträgt (Stand: April 2026).
Wegovy und Mounjaro sind in Deutschland zwar für Erwachsene mit Adipositas (BMI ab 30 kg/m²) oder für Übergewichtige (BMI ab 27 kg/m²) mit gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zugelassen. [8]Dennoch übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten oft nicht, da Abnehmspritzen unter den gesetzlichen Verordnungsausschluss für Lifestyle-Arzneimittel fallen. Patientinnen und Patienten müssen die Behandlung daher in der Regel selbst bezahlen.
Ein Wechsel von Wegovy zu Mounjaro kann unter bestimmten Umständen medizinisch sinnvoll sein, insbesondere wenn die Verträglichkeit unter Semaglutid problematisch bleibt oder die individuelle Wegovy Vorher-Nachher-Bilanz nicht den angestrebten Zielen entspricht. Dieser Schritt kann in Betracht gezogen werden, wenn die Gewichtsabnahme bei der gewählten Höchstdosis stagniert und man sich durch den Umstieg auf ein anderes Wirkprinzip – in diesem Fall die duale Rezeptor-Ansprache von Mounjaro – eine neue Reaktion des Stoffwechsels erhofft. Der Wechsel sollte jedoch zwingend unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, damit die Dosierung basierend auf der bisherigen Erfahrung präzise angepasst und der Behandlungsfortschritt ohne unnötige Unterbrechungen auf Kurs gehalten werden kann.
Auch der umgekehrte Weg ist möglich und kann aus verschiedenen Gründen erfolgen. Oft stehen für den Wechsel von Mounjaro zu Wegovy finanzielle Überlegungen im Vordergrund, da die Wegovy Kosten im Vergleich zu Mounjaro geringer ausfallen. Das ist ein wichtiger Faktor bei der langfristigen Therapieplanung. Auch bei anhaltenden Nebenwirkungen unter Mounjaro oder individueller Unverträglichkeit von Tirzepatid kann ein Wechsel zu Wegovy sinnvoll sein. Zudem spricht der klinisch nachgewiesene Herz-Kreislauf-Schutz unter Wegovy viele Betroffene als langfristige Behandlungsoption an. Wie beim umgekehrten Wechsel sind auch hier eine ärztliche Überwachung und schrittweise Umstellung essenziell, um den Körper behutsam an den Wirkstoffwechsel zu gewöhnen.
Die Frage, ob Wegovy oder Mounjaro besser ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Medikamente sind moderne Optionen der Adipositas-Therapie, unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirkung.
Die Entscheidung zwischen den beiden Abnehmspritzen sollte auf einer gründlichen medizinischen Bewertung basieren, die verschiedene Faktoren berücksichtigt: Ihre persönliche Krankengeschichte, aktuelle Medikation, individuelle Behandlungsziele und auch wirtschaftliche Überlegungen. Was bei einer Person hervorragend funktioniert, wird nicht zwangsläufig bei der anderen die gleichen Ergebnisse erzielen.
Unser Ärzteteam steht Ihnen mit fachlicher Information und individueller Beratung zur Seite, um gemeinsam mit Ihnen die für Sie optimale Therapieentscheidung zu treffen. Eine Beratung ermöglicht es, alle relevanten Aspekte zu berücksichtigen und einen maßgeschneiderten Behandlungsplan zu entwickeln, der Ihren spezifischen Bedürfnissen entspricht.
Beide Medikamente können ähnliche Nebenwirkungen hervorrufen, insbesondere Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Blähungen. Kopfschmerzen und Müdigkeit gehören ebenfalls zu den häufig berichteten unerwünschten Begleiterscheinungen.[1][6]
Beim Wechsel zwischen den Medikamenten können diese Symptome vorübergehend verstärkt auftreten, da sich der Körper an einen neuen Wirkstoff gewöhnen muss. Eine engmaschige ärztliche Begleitung ist während dieser Umstellungsphase daher besonders wichtig, um die Dosierung optimal zu steuern und die Verträglichkeit sicherzustellen.
Ein Wechsel zwischen Wegovy und Mounjaro ist medizinisch möglich und kann in verschiedenen Situationen sinnvoll sein. Ob aufgrund der individuellen Verträglichkeit, Kostenfaktoren oder spezifischer Behandlungsziele: Beide Medikamente bieten unterschiedliche Ansätze zur Behandlung von Adipositas und starkem Übergewicht. Während das eine Medikament auf einem dualen Wirkprinzip basiert, zeichnet sich das andere durch Langzeitdaten zum Herz-Kreislauf-Schutz sowie erweiterte Dosierungsoptionen aus.
Entscheidend ist jedoch, dass jeder Wechsel unter engmaschiger ärztlicher Begleitung erfolgt, um die Kontinuität der Behandlung sicherzustellen. Die individuelle medizinische Situation und persönliche Verträglichkeit spielen bei der Therapieentscheidung eine wichtige Rolle. Das eine, „bessere“ Medikament gibt es nicht: Die Wahl hängt allein von Ihren spezifischen Bedürfnissen und gesundheitlichen Voraussetzungen ab.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Diese Informationen ersetzen nicht die professionelle Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin. Individuelle Ergebnisse können variieren. Die Behandlungen unterliegen der Genehmigung durch eine zertifizierte Ärztin oder einen zertifizierten Arzt, der/die die individuelle Eignung beurteilt.
Nächste geplante Überprüfung: 17 April 2029




Evelyn Barrett
Dr. Kareem Mahmoud
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